article_212_angel_580x396.png

Disziplin musste ich mir anlernen

Angel A. Transformation, eine junge aufstrebende Modedesignerin, erzählt vom Arbeitsalltag, den Shows und von der Faszination, sich immer wieder neu zu erfinden.

Kennen gelernt habe ich dich vor vielen Jahren, unter deinem bürgerlichen Namen Darko. Damals hast du ebenfalls Mode gemacht und mit anderen Künstlern gemeinsam Kleidung entworfen. Heute bist du Angel ...

Mein Künstlername ist Angel und mein Label selbst heißt „Transformation“. Viele verwechseln das, und glauben mein Label heißt Angel Transformation. Da ich auf Facebook recht präsent bin unter dem Namen Angel A. Transformation vermischt sich das oft. Das Transformation hat sich quasi verselbständigt und wurde zu meinem Nachnamen. Früher verwendete ich den Künstlername Anal, also Angel Anal. Mit der Teilnahme am Ringstraßen-Galerien Designer Award 2009 musste ich mich anpassen. Zu diesem Fashion Event wäre der Name Anal unpassend gewesen.

Zu provokativ und unseriös?

Na ja, viele haben sich einfach geschreckt. Der Nachname kam noch aus der Zeit der „Menstruation Monsters“, und für dieses Projekt war das Anal genau richtig. Die Menstruation Monsters waren ein Bandprojekt mit Mel Merio und Christopher Just. Wir haben etwa 2004 begonnen und insgesamt sind zwei Maxi Vinyl Singles ‚My bunny‘ und ‚Dirty soaked tampon‘ erschienen, sind im Flex aufgetreten und auch zweimal am Badeschiff. Die Band bestand aus Mel, mir und einer dritten, wobei die dritte zwei-dreimal gewechselt wurde. Zuletzt war Sophia die dritte im Bunde und als sie nach Berlin zog, Mel nach New York, ich bin immer zwischen Kroatien und Wien gependelt, haben wir die Band aufgelöst. Es hat uns aber bis zum Schluss Spaß gemacht. Wir hatten mehrere Auftritte in Wien, Graz, Zürich, auch einen Act beim „Gender Bender Festival“ in Bologna mit 15.000 Zuschauer ... ich hoffe, ich hab das richtig gesagt. Das war auf jeden Fall unser größter Auftritt.

Wer von euch war für die Kostüme verantwortlich? Ich erinnere mich da an sehr schräge Sachen ...

Die Kostüme hat Mel entworfen und ich habe eine Weile lang assistiert. Später hatten wir gemeinsam den Laden „Familiensitz“ im 8. Bezirk in der Florianigasse, das war eine Art verlängertes Wohnzimmer, wo wir Second Hand Mode und unsere eigenen Entwürfe verkauft haben. Gleichzeitig war das Lokal auch Partylocation. Ich hab unser „Wohnzimmer“ damals gemanagt und stand im Laden und hinter der Bar, wenn Mel grade unterwegs war und wir eine Party geschmissen haben.

Dein Werdegang beginnt u.a. bei Atil Kutoglu und Birgit Bogusch ...

Den Atil habe ich über eine türkische Freundin in der Modeschule in Mödling kennen gelernt und schon während der Schulzeit für ihn gearbeitet. Unsere Klasse hat an einer Kollektion von ihm mitgearbeitet, die dann in Schönbrunn präsentiert wurde. Auch nach der Schulzeit blieb der Kontakt, das hat sich erst später verlaufen. Mittlerweile präsentiert er nicht mehr in Wien, sondern ist in New York bei der Fashion Week. Nach der Modeschule, die ich 1999 mit der Matura abgeschlossen habe, bin ich von Mödling nach Wien gezogen. Habe in Wien Birgit Bogusch kennen gelernt und wurde ihr Assistent. Wir haben drei, vier Kollektionen zusammen gemacht. Als sie später nach Paris und dann nach China gegangen ist, haben wir zwar noch eine Kollektion gemeinsam gemacht, aber das war auf Dauer zu kompliziert. Via Fax hat sie mir die Entwürfe geschickt. Unsere Kommunikation passierte via Fax und Telefon, nur hat sich das auf Dauer als nicht tragbar erwiesen.

Woran arbeitest du derzeit?

Momentan gibt es Projekt mit Tiberius. Die Idee war aus Zeitungspapier Sachen zu kreieren. Wir haben das ausprobiert, nur war das Papier nicht widerstandsfähig genug, es ist nicht tragbar. Denn sobald du versuchst etwas anzuziehen oder dich bewegst, reißt es. So haben wir nach einer anderen Möglichkeit gesucht, und die Zeitung gescannt und auf einen Stoff drucken lassen, der Papiercharakter hat. Daraus habe ich eine kleine Herrenkollektion produziert, also kurze und lange Hosen, Knickerbocker, Hemden, Sakkos etc. und diese Teile für das Look Book zu den Ledersachen von Tiberius kombiniert. Als Bruch sozusagen – und all das wird jetzt auf der Fashion Week präsentiert. Das Look Book und Kollektion.

Du bist heuer bei der Fashion Week nicht selbst vertreten, sondern nimmst als Teil von Tiberius Show teil?

Genau. Ich nehme mir einerseits eine familiär bedingte Auszeit, und anderseits eine kleine kreative Pause. Letztes Jahr kam ich bei den Ringstraßen-Galerien Designer Award mit meinem Entwurf ins Finale, und da hab ich zum ersten Mal meine Mode vorgestellt, es war auch gleichzeitig mein Geburtstag. Ich kam ins Finale, und wollte als Geschenk den Preis gewinnen – was ich auch geschafft habe! Danach kam recht rasch die Fashion Week, wo ich dann meine erste Kollektion präsentiert habe. Ich bekam die Abschlussshow, die sehr erfolgreich war. Und jetzt brauche ich eine kleine Pause, um mich zu sammeln, um zu sehen, wie es weitergeht. Ich möchte mich wieder neu orientieren und definieren. Ich bin nicht untätig oder ruhe mich auf meinen Lorbeeren aus, sondern arbeite am Projekt mit Tiberius und werde eben indirekt bei der Fashion Week dabei sein. Weiters arbeite ich an meiner zweiten Kollektion, die dann 2011 zu sehen sein wird.

Zur Abschlussshow, die es auf youtube zu sehen gibt, meintest du vorab, dass die Choreographie hierbei sehr lose sei ...

Ich bestimme den Ablauf, lege die Reihenfolge aller Outfits fest, aber Choreographie in dem Sinn gibt es nicht. Ich lass die Models auch gerne selber aussuchen, ich will, dass sie die Kleidung, die sie tragen, mögen und sich darin wohlfühlen. Was ich gerne habe, ist, wenn sie am Laufsteg aus sich herausgehen und Action machen. Ich finde, Mode soll Spaß machen, man kann mit Mode verschiedenes erreichen oder in andere Rollen schlüpfen. Da lass ich ihnen freie Hand. Mir ist auch die Musik wichtig. Es ist eine gute Kombination, finde ich, wenn bei Shows live gesungen wird. Mode soll auch Entertainment sein!

Genau den Eindruck vermittelt das Video – hier wird gefeiert!

So soll es sein! Die Abschlussshow war auch gleichzeitig eine kleine Premiere von Mels neuem Album, sie und Christopher Just wurden extra aus New York für den Auftritt eingeflogen. Das neue Album heißt „Lovemore“, es wird bald erscheinen. Mit dem Geld, das ich beim Ringstraßen-Award gewonnen habe, bin ich nach New York geflogen, zum einen zur Inspiration und zum anderen, um dort meine Freunde zu besuchen. Mit dem restlichen Geld hab ich dann meine Teilnahme an der Fashion Week finanziert. Im Modebusiness ist es schon schwierig. Es gibt zwar diverse Förderungen, ich selber habe allerdings noch nichts eingereicht, noch bin ich am Anfang. Ich plane und arbeite derzeit an der zweiten Kollektion und überlege, wie es hierbei weitergeht ...dabei möchte ich mir Zeit lassen. Ein Ziel wäre ins Ausland zu gehen. Vielleicht mal in Kroatien zu präsentieren oder in Berlin, das würde mich reizen.

Ich dachte, jetzt kommt sicher Paris oder NY ...

(lacht) ... ich spreche schlecht Französisch! Vielleicht bin ich einfach noch nicht bereit für Paris. Das muss man sich auch leisten können, allein die Teilnahme der Fashion Week kostet! Man bewirbt sich, wird hoffentlich von der Jury ausgewählt und dann heißt es Geld hinlegen für die ganze Organisation, die für jeden Teilnehmer bereit steht und wichtig ist. Models, Haare, Make up ... das ist in Wien alles inkludiert. Letztes Jahr war die erste „MQ Vienna Fashion Week“ und heuer geht sie ins zweite Jahr. Dieses Jahr kann ich mir in Ruhe die Veranstaltung anschauen, die neuen Kollektionen etc. Ich kenne und schätze viele der Kollegen und arbeite immer wieder gerne mit anderen zusammen.

Woher kommt die Inspiration?

Von überall her, aus Büchern, aus Filmen, von der Straße, durch Musik ...

Von HUMANA ...

Ja, auch von HUMANA, ich liebe Vintage-Klamotten. Das inspiriert mich. Manchmal sieht man jemand auf der Straße, und findet Details, die gefallen und die dann weiterverarbeitet werden.

Arbeitest du noch als Model?

Ja, das macht mir großen Spaß. Ich bin kein Profi -Model und wollte es auch nie sein und werden. Das Modeln fing schon bei den Abschlussshows in der Modeschule an, beim Präsentieren der eigenen Kreationen. Außerdem konnte ich mir damit etwas dazuverdienen. Ich hab auch Trachten am Laufsteg getragen, also Jungsklamotten.

Ich hätte gedacht, du hast Dirndlmode vorgestellt?

Nein, die Angel kam erst später in mein Leben. Aus dem Heaven dahergeschwebt ...

Jetzt hast du ein interessantes Thema aufgeworfen!

Ich fühlte mich immer schon mehr als Mädchen denn als Junge. Von klein auf habe ich mit Püppchen gespielt und mir Mutters Tücher über den Körper drapiert. Der Wunsch Mode zu machen entstand schon sehr früh. Ich war ein Junge, der Hosen tragen und wie in Junge aussehen sollte. Nur hat das nicht funktioniert!

Hast du dich als Kind dagegen gewehrt?

Ja, ich hab schon im Kindergarten mein erstes Kleid getragen. Eine Freundin meiner Mutter hat mir ein Kleidchen mit Blümchen und Rüschen geschenkt, damit bin ich in den Kindergarten gegangen.

Wie waren die Reaktionen?

Die haben mich ausgelacht und ich bin weinend heim. Ich hab damals nicht verstanden, warum ich kein Kleid tragen darf. Ich bin in Vorarlberg geboren und aufgewachsen. So was kannte man am Land noch nicht. Es war abwechselnd der Versuch, mich anzupassen und auszubrechen. Mit 20 bin ich schließlich weggegangen. In der Modeschule und in Wien hat sich mir eine völlig neue Welt eröffnet. Ich habe Menschen kennen gelernt, die das Anderssein ausleben. Schließlich habe ich begonnen mich tagsüber zu schminken, Kleider und Miniröcke zu tragen – so entstand das Alter Ego Angel.

Gab es von familiärer Seite Unterstützung für dich?

Ja, schon. Die Familie ist gemeinsam mit mir gewachsen. Meine Mutter hat zwar schon oft auf mich eingeredet, dass ich ein Hemd tragen und mir die Haare schneiden lassen soll – aber dann hat sie gemerkt, dass es keinen Sinn hat. Und so haben sie mich machen lassen und mich akzeptiert wie ich bin. Die Familie sieht auch meine Fotos im Internet. Ich verheimliche nichts, führe kein Doppelleben, sondern lebe meine feminine Seite öffentlich aus. Ich bin auch nicht operiert.

Hast du das vor?

Eigentlich mag ich mich gern so wie ich bin. Das war natürlich auch ein Prozess – ich hab verschiedenes ausprobiert. Ich lebe alles aus und möchte mich in der Geschlechterrolle nicht begrenzen müssen. Wenn ich Lust habe, schlüpfe ich in den rosa Polyester-Traum oder in das Leder-Latex-Outfit. Mal romantisch, mal dominant, mal unaufdringlich, das mag ich an Mode gerne, dass man hier vieles ausleben und ausdrücken kann. Der Labelname „Transformation“ steht für Verwandlung, dafür, dass man in unterschiedlichste Rollen schlüpfen kann. Es ist nicht nur Partymode, sondern auch Alltagsmode, Basics, die man kombinieren kann. Ich entwerfe Einzelstücke, u.a. auch aus unikaten Materialien, die ich teilweise mit anderen Künstlern. Mit Andreas Reimann hab ich Stoffe bedruckt, das sind dann Unikate. Man könnte auch, wenn man wollte, die Stoffe kein zweites Mal gleich bedrucken. Vor kurzem habe ich das Atelier Kindermann, eine alte Wiener Künstlerfamilie, für mich entdeckt, die haben tolle Stoffe mit Jugendstilmotiven und -mustern. Die werden nicht mehr produziert, da gibt es einen Restbestand. Dort bin ich regelmäßig Kunde. Mich reizt das Spezielle. Ich liefere keine Großmengen aus, ich bin noch am Anfang.

Wo bist du vertreten?

Meine Sachen gibt es im 9. Bezirk bei Angelika Merio. Sie hat einen Briefmarkenladen und daneben einen Fashionshop. Da gibt’s neue Kleider, aber auch Vintage – das ist auch der Name des Geschäfts! Die Kollektion ist natürlich auch über mich erhältlich.

Was ist für dich eine gute Show?

An erster Stelle steht die Kleidung, gefolgt von der Präsentation, Musik, den Models, das Licht, das ganze Drumherum und das Ambiente. Bei der Fashion Week hat man nicht sehr viel Einfluss als Designer, deshalb überlege ich auch gerade, wo ich meine zweite Kollektion vorstellen werde. Ich mag Livemusik zur Show, das Publikum soll nicht nur von der Mode, sondern von der ganzen Show begeistert und unterhalten sein. Der Eventcharakter ist mir wichtig. Fade Shows, wo Hungerhaken-Models die Kleider mit bösen Blick präsentieren, sind nicht so das Meine. Ich verwende gerne unterschiedliche Typen, etwas runder oder Charaktere. Bei der Fashion Week 2009 hab ich Freunde von mir eingeladen für mich zu modeln, weil ich wollte, dass jedes Model nur einmal am Laufsteg ist und ein Stück vorstellt. Keine Umzieherei, jeder hat sein Outfit und seine Rolle. Ich mag das Schlussbild, wenn die ganze Kollektion im Defilee zu sehen ist. Es ist interessant, wenn sich Nicht-Models, also Schauspieler, Künstler oder wer auch immer, am Laufsteg präsentieren.

Bist du eine disziplinierte Arbeiterin?

Disziplin musste ich mir anlernen! Ich habe meinen Rhythmus, arbeite den ganzen Tag, geh früh schlafen ... ich stehe gern mit den ersten Sonnenstrahlen auf und a-beite am Vormittag. Nur dauerhaft ist derart diszipliniertes Arbeiten nicht auszuhalten, ich will das Leben genießen. Nur vor einer Show ist das anders, da gibt es viel zu organisieren, Koordinierung der Models, Stoffe besorgen, den Look meiner privaten Models, also unter Mithilfe der Stylisten und nähen, nähen, nähen. Da bleibt keine Zeit fürs Privatleben

Gibt es dich besonders beeindruckende Modepersönlichkeiten?

Alexander McQueen war ein Genie. Er hat sehr extravagante Shows gemacht, mit dem ihm eigenen Wow-Effekt. John Galliano, also sein eigenes Label und das, was er für Dior macht. Ein Wunschtraum von mir ist es, in einem richtig großen Modehaus mitarbeiten zu können. Ein Teil davon zu sein – das ist Big Business.

Wie siehst du die Modelandschaft?

Es gibt hier in Wien sehr viele Designer, auch viele Zugereiste. Wien hat eine große Vielfalt. Ich hab kein Konkurrenzdenken. Ich mach mein Ding und konzentriere mich ganz darauf, schaue mir aber gerne an, was die Kollegen machen und zolle dem Respekt.

Wie würdest du deinen persönlichen Stil beschreiben?

Ich würde sagen Urban Fairytale, ein städtisches Märchen, das viel Spielraum lässt: von elegant bis klassisch mit sportlichen Elementen, aber natürlich entwerfe ich auch partytaugliche Klamotten. Man kann diese Teile gut miteinander mischen und kombinieren. Man muss nicht einen Designer tragen, die Stücke lassen sich bestens mit Second Hand Kleidung mischen. Das ist jedem selber überlassen. Ich persönlich schau, dass bei meinem Styling alles stimmt!

Du bist auch deine eigene Werbung!

Genau! Es war mein ureigenster Wunsch, mir selber Klamotten nähen zu können, damit ich nichts von der Stange tragen muss. So hab ich begonnen für mich und andere Sachen zu nähen und schließlich meine eigene Kollektion zu entwerfen.

Du nähst alles selber?

Ja, ich mache alles selbst, die Schnitte, das Design, teilweise auch die Stoffe, ich nähe selber. Ob händisch gestickt oder an der Maschine gerattert ... oft bis tief in die Nacht ... alles meins!

Wenn ich mich hier umschaue, sehe ich keine Industrienähmaschine ...

Das passiert alles auf einer Haushaltsnähmaschine, die heiklen Sachen mache ich händisch.

Gibt es noch andere Projekte?

Für ein Buchprojekt namens „Freiwild“ habe ich die Kostüme entworfen. Fünf Frauen und fünf Männer, die Männer sind Jäger und die Frauen stellen Tiere dar, Wild-schwein, Hase, Reh, Fuchs und Pfau. Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter und Symbolik. Meine Aufgabe war das Entwerfen der Tierkostüme für die Frauen. Das war eine interessante Zusammenarbeit, es haben auch Goldschmiede mitgearbeitet und Geschirr entworfen und hergestellt. Die Tableaus wurden mit großem Aufwand im Studio fotografi ert. Man hat eine Tafel aus Erde aufgeschüttet, es gab ausgestopfte Tiere usw. Thema war die Jagd, aber auch Verführung und um das Spiel Männlein jagt Weiblein, also Männer als Jäger, Frauen als Tiere. Es beginnt mit einem positiven Bild, einer Jagdgesellschaft und zum Schluss das negative Bild, da wird es recht blutig ...

Was willst du mit deiner Mode bewirken oder aussagen?

Mit der ersten Kollektion wollte ich Lebensfreude ausdrücken, Funfaktor und Entertainment waren mir wichtig. An der zweiten arbeite ich noch, die Lust an der Arbeit geben das Thema und die Funktionalität vor.

Beim Video der Show der Fashion Week 09 kommst du am Schluss auf den Laufsteg ...

Die Vorbereitungen für die Show dauern Monate und dann ist es endlich soweit: man darf als Designer selber auf den Laufsteg und es alles geht viel zu schnell. Es war meine erste große Show und dementsprechend nervös war ich. Das Fashionzelt war voll und ich war mit meiner Show als letzte dran. Ich war im positiven Sinne aufgeregt. Meine Models sind raus und ich habe backstage gehört, wie die Leute kreischen – das ist schon ein Gänsehautmoment. Am Schluss selber rausgehen, das ist ein ganz eigener, sehr freudiger Moment. Das Schlussbild macht einen sehr stolz! Da weiß man, wofür man hart gearbeitet hat! Es freut mich, wenn es gefällt. Der Applaus und das Gejohle draußen ... da hab ich fast geheult! (überlegt lächelnd) Beim Ringstraßen-Award hat sich die Verleihung in die Länge gezogen ... der Moderator hat es sehr spannend gemacht und geredet und geredet! Alle Teilnehmer waren mittlerweile irgendwo, ich war backstage und hab meine Klamotten eingesammelt und zusammengepackt. Ich konnte gar nimmer zuhören und hab meine Kleider sortiert als plötzlich das Geschrei losging: „Angel auf die Bühne!“ Dort war ich dann eine kleine Ewigkeit, der Pokal hat sechs oder sieben Kilo und ich musste posieren und Interviews gehen, bis mir fast die Hand abgefallen ist. Mit dem Gewinn war ich dann in fast jeder Zeitung, Krone, Kurier, U-Bahn-Zeitung ...das war eine tolle Publicity. Ansonsten passiert wenig, weil ich selber keine Agentur habe.

Ist eine Agentur notwendig?

Es ist natürlich von Vorteil, wenn man eine hat, der breite Kontakt zu allen wichtigen Stellen, Professionalität und Präsenz. Noch hab ich keine, aber das wird schon. Ein Teil vom Ringstraßen-Award war, dass man ein Jahr lang von einer Agentur betreut wird.

Und weiter?

Na ja, das lief leider nicht so, wie ich mir das erwartet hatte. Sprich: die Betreuung hatte ich mir anders vorgestellt. Derzeit läuft es so, dass ich mich selber vertrete.

Das Mode-Biz gilt als hart umkämpftes Pflaster ...

... für mich ist es das, was ich immer schon machen wollte. Es ist ein Traum von mir. Ich lebe es und träume weiter. Ein Traum von mir ist auch, einmal, vielleicht als ältere Dame, irgendwo eine Boutique zu haben. Meine eigenen Sachen in Ruhe zu entwerfen und zu produzieren. Strand-nähe wäre auch fein!

Tags: