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Trinkbare Kosmetika

Der gebürtige Österreicher Horst Rechelbacher erfüllt mit seiner jüngsten Marke „Intelligent Nutrients“ sämtliche Bio-Auflagen und schafft so Produkte, die in Sachen Verträglichkeit kaum zu übertreffen sind.

Von seinen Anhängern wird Horst Rechelbacher als „Guru“ oder „Pionier der Bio-Kosmetik“ gefeiert – und dazu zählen nicht nur Birkenstock-Ökos, sondern durchaus auch prominente Fans wie Actrice Gwyneth Paltrow oder die gefürchtete „Vogue“-Chefin Anna Wintour. Rechelbacher trifft mit seiner Marke „Intelligent Nutrients“ sehr gut den Nerv der Zeit – und bedient den stetig wachsenden Markt der LOHAS (Lifestyles of Health and Sustainability) – der neuen, umweltbewussteren Bobos (Bohémien-Bourgeois).

Doch was genau verspricht Horst in seinen gleichnamigen Salons in den USA? Was steckt hinter „Intelligent Nutrients“? „Alles, war wir in und auf unseren Körper geben, soll nährstoffreich und sicher sein“, so das Credo des Wahl-Amerikaners. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, verwendet Rechelbacher ausschließlich Rohstoffe aus organischem Anbau, verzichtet auf unnatürliche Chemikalien und greift auf nachhaltige Energiequellen bzw. recyceltes Verpackungsmaterial zurück. Zusätzlich unterwirft sich der Unternehmer freiwillig den Auflagen von Bio-Siegeln (z.B. jenem der „United States Department of Agriculture“ USDA).

Er geht sogar einen Schritt weiter, wenn er meint: „Jetzt, wo das ‚Organic Business’ auch einen erheblichen Wirtschaftsfaktor darstellt, will natürlich jedes Unternehmen ein USDA-Siegel bekommen. Da kommt es leider immer wieder zu Betrug und ungerechtfertigten Zertifikaten, weshalb ich mich bemühe, in den USDA-Vorstand zu gelangen, um die Vergabekriterien mitbestimmen zu können. Ich habe sogar selbst eine Zeit lang auf einer Bio-Farm gearbeitet, um die Prozesse von Grund auf zu verstehen.“ Ob Horst Rechelbachers Bemühungen, in den USDA-Vorstand zu kommen, ausschließlich altruistisch motiviert sind und nicht vielleicht doch das Wohl seiner eigenen Marken im Vordergrund steht, sei dahingestellt.

Dass Rechelbacher mit „Intelligent Nutrients“ erfolgreich ist, kann man schon in den internationalen Kritiken diverser Lifestyle- und Beauty-Journalisten und in einschlägigen Foren im Internet lesen. Nur selten liest man Kritik – etwa, dass die Produkte mangels Chemikalien zu wenig schäumen oder nicht tiefgehend genug reinigen würden. Meistens jedoch schwärmen Blogger oder Redakteure von Geruch, Textur und Hautverträglichkeit. Eine Kritikerin stellt klagend fest, dass es immer die teuersten und exklusivsten Produkte seien, die ihr am meisten zusagen würden. Denn billig ist „Intelligent Nutrients“ mit durchschnittlichen Preisen von ca. 40 Euro für ein Shampoo nicht gerade.

Trotz der exklusiven Preise ist der Umsatz bei Bio-Kosmetikprodukten seit 2000 von rund einer Millarde auf 55 Milliarden Dollar jährlich gewachsen. Bedient wird mit solchen Kosmetika nämlich ein Markt von kaufkräftigen, jedoch bewusst auf Basis von Nachhaltigkeits- und Umweltfaktoren selektierenden Käufer/innen. Nach Absatzeinbrüchen in der Kosmetikindustrie – durch die Finanzkrise sank die Kaufkraft kontinuierlich – hat sich nun eine neue Zielgruppe herauskristallisiert, Naturkosmetik boomt wie nie zuvor. Neben „Green Beauty“, also Bio-Produkten wie „Intelligent Nutrients“, stehen auch „Nutriceuticals“ groß im Trend. Diese werden vor allem in den USA nachgefragt und umfassen Beauty-Nahrungsergänzungsmittel, die im Sinne von „Du bist, was du isst“ die Schönheit von innen heraus unterstützen sollen.

Der Markt wird also gerade in den letzten Jahren mit „echt“ grünen Produkten und jenen, die lediglich auf der Trendwelle mitreisen wollen, überschwemmt. Kein Problem für Horst Rechelbacher, der dadurch einen Vorsprung hat, dass er sich schon seit den Sechziger Jahren mit Naturkosmetik beschäftigt. „Damals war ich in Indien und befasste mich intensiv mit ayurvedischer Medizin und chinesischer Kräuterheilkunde. Mit dem gesammelten Wissen gründete ich damals meine erste Kosmetiklinie ‚Horst’, die ich wenig später unter dem Namen ‚Aveda’ relaunched habe“, erinnert sich Rechelbacher im Gespräch. „Aveda“ führte der Bio-Pionier von 1987 bis 1997, bis er die Marke gewinnbringend an die Estée Lauder Group verkaufte. Trotzdem blieb er bis 2007 als Berater im Unternehmen – um sich daraufhin 2008 mit seiner neuen Marke „Intelligent Nutrients“ (vorerst nur in den USA) selbstständig zu machen.

„Viele hätten das Geld, das ich durch den Verkauf von ‚Aveda’ gemacht habe, genommen und sich zur Ruhe gesetzt“, erzählt Rechelbacher weiter „aber für mich ist Ruhestand ein Zustand des körperlichen oder geistigen Todes. Ich bin 69 und noch imstande, mich zu bewegen und klar zu denken – warum also Ruhe geben?“ In der Tat wirkt der vitale Geschäftsmann nicht so, als müsse man sich Sorgen um seine Gesundheit oder Produktivität machen – vielleicht ist das ja auch dem Umstand zu verdanken, dass Rechelbacher von seiner Arbeit erfüllt ist. Das nächste Projekt steht bereits an, denn auf die Frage, ob es denn überhaupt möglich sei, noch nachhaltiger und noch organischer zu werden, meint der gebürtige Tiroler begeistert: „Auf jeden Fall! Es ist nämlich so, dass wir gerade zusammen mit einem italienischen Unternehmen erforschen, Stammzellen zu züchten – die höchste Form der Reinheit! Dieser Durchbruch könnte den Anbau von Rohstoffen obsolet machen.“

Horst Rechelbacher wäre nicht dort angelangt, wo er jetzt ist, wäre er kein Visionär und Vorreiter – doch Stammzellenforschung ist zum momentanen Zeitpunkt wissenschaftlich und ethisch sehr umstritten. Ob sich der „Organic-Guru“ mit seinem nächsten Projekt womöglich übernimmt oder durch Stammzellen-Kultivierung doch wieder zum Trendsetter avanciert, wird sich womöglich heuer noch weisen. Zumindest ist geplant, noch im Juni eine neue Produktlinie, die auf Stammzellenforschung zurückgreift, vorzustellen.

Auf die abschließende Frage, ob sich Horst Rechelbacher denn seinem Geburtsland Österreich noch verbunden fühle, meint dieser trocken: „Also meine Staatsbürgerschaft und meinen österreichischen Pass habe ich noch. Aber eigentlich hauptsächlich deshalb, um bei Reisen innerhalb der EU schneller durch sämtliche Kontrollen durchzukommen.“

Intelligent Nutrients gibt es in der Frisurenwerkstatt Barbara Reichard oder online unter intelligent-nutrients.at oder unter greenglam.de

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