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Der Selbermacher

Singer/Songwriter James Hersey ist in dieser Hinsicht wohl etwas eigen: Musik zu machen reicht dem 23-Jährigen nicht – er möchte lieber auch gleich Produzent und PR-Agent spielen. „Langfristig wünsche ich mir natürlich schon Plattenvertrag und Booker – aber zuerst möchte ich die einzelnen Berufsfelder mal selbst ausprobieren“, so die ehrgeizige Ansage des jungen Austro-Amerikaners. Auch, wenn harte Arbeit und lange Durststrecken damit verbunden sind, nimmt es der gut zwei Meter große Schönling mit einem stoischen Lächeln und geht unbeirrt seinen Weg weiter.

Seinen Weg hat James übrigens bereits mit 16 erkannt – und prompt die Schule geschmissen. Nach einem einjährigen Intermezzo, das er dem Studium der Jazz-Gitarre widmete, kehrte er aber doch zurück, um die Schule abzuschließen. Halbe Sachen sind für den Perfektionisten nicht akzeptabel – schon gar nicht in Sachen Musik: „Meine erste CD ist komplett ohne Studio produziert worden, aber zum Glück haben mir Freunde mit echt guten Mikrofonen und Vorverstärkern ausgeholfen. Sonst wurde das Album ausschließlich in meinem Wohnzimmer mit Hilfe meines MacBook Pro erstellt.“ Würde man gar nicht erkennen – die Songs haben Studioqualität und werden auch auf FM4 immer häufiger gespielt. Auch auf Facebook steigt die Zahl der Fans, ebenso die Nachfrage nach seinen Gigs und die Download-Zahlen seiner Alben.
Den Weg von Wohnzimmer über Social-Media-Plattformen bis hin zu Plattenvertrag und dem richtig großen Durchbruch kann man in letzter Zeit immer häufiger sehen (ohne James’ Werdegang mit jenem eines kanadischen Teenagers vergleichen zu wollen). Die Fanbase auf Facebook, Twitter & Co. weiß der Musiker zu schätzen und pflegt den Kontakt regelmäßig. Er hat erkannt, dass seine Follower und Supporter gleichzeitig seine Multiplikatoren sind – über diesen „virtual buzz“ haben sich schließlich auch seine ersten Gigs herumgesprochen. Die möchte James in Zukunft immer mehr ins Ausland – vor allem nach Berlin und London – verlegen. Vor seiner Tour gibt es für die österreichischen Fans aber noch ein gebührendes Abschiedskonzert im WUK.
Dass er momentan meistens mit Jack Johnson verglichen wird, macht dem Beau nichts aus. „Wir ‚schubladisieren’ doch alles – und wenn es manchen hilft, sich an mich zu erinnern, warum nicht?“. Könnte er es sich aussuchen, würde er aber lieber mit John Mayer verglichen werden, seinem Idol, grinst James verlegen. Überhaupt orientiere er sich mehr an Größen wie Kings of Leon, Bryan Adams oder James Morrison. Vergleiche oder Parallelen stören ihn zwar nicht, zu sehr ermutigen möchte er sie jedoch auch nicht – immerhin macht James sein eigenes Ding. Und das ist gut so.

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