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Qué Bien!

Wer lange, manchmal holprige und auch schlaflose Nachtbusfahrten nicht scheut, wird in Bolivien gut vorwärtskommen. Wenn man sich auch nicht davon stören lässt, dass einem kleine Kinder auf den Schlafsack pinkeln und der Busfahrer lieber eine andere Strecke fährt als vorgegeben, wird sehen, dass es sich lohnt – und wird es lieben!

Eines der beeindruckendsten Naturerlebnisse Boliviens ist sicher die Salar de Uyuni, eine über 10.000 km² große Salzwüste. Die Wasserschicht, die während der Regenzeit über der Wüste liegt, spiegelt bei günstigem Wetter alles, was sich auf ihr befindet. Inmitten der naturgeschützten Salar wurde ein Hotel aus Salz erbaut, illegal versteht sich, dennoch wird es von vielen Reisegruppen als Ziel angesteuert. Der Cementerio de Trenes, ein Zugsfriedhof, am Rand der Wüste gelegen, bietet den skurrilen Anblick alter Lokomotiven und Wagons, die hier seit Jahren vor sich hinrosten. Ein Museum wäre zwar angedacht, aber die Umsetzung fraglich – und das ist auch gut so, denn der morbide Charme der Stätte würde sonst verloren gehen.
Vor Wüstentouren auf eigene Faust wird gewarnt, da es kaum Beschilderungen gibt und die Straßen nicht immer leicht als solche zu erkennen sind. Viele der Geländewägen sind in reparaturbedürftigem Zustand, was sich bei einem Zusammenbruch des Autos und Temperaturen bis zu –20 °C in der Nacht womöglich als mehr als unangenehm herausstellt. Bolivien gilt als eines der ärmsten Länder Südamerikas. Im Reiseführer, der hier nicht genauer genannt werden soll, steht bei der Beschreibung jedes noch so kleinen Dorfes die Rubrik „Dangers & Annoyances“, wo man bei Bedarf nachlesen kann, wie gefährlich Land und Leute sind.
¡Qué va! Dass den Guides aber dennoch oft Glauben geschenkt wird, kann man an den oftmals krampfhaft vor der Brust festgehaltenen Taschen und Rucksäcken sehen. Schade, denn Bolivianer sind freundlich und äußerst hilfsbereit, besonders, wenn man die Landessprache beherrscht. Dass dies ein Vorteil jeder Reise ist, überrascht nur mäßig. Bei allen geführten Touren durch die Salar ist die Laguna Verde am Fuße des inaktiven Vulkans Licancabur ein fotografischer Zwischenstopp. Das Wasser der Lagune ist durch die Ablagerung unterschiedlicher Schwermetalle grünblau gefärbt und wirkt wie die verlassene Kulisse einer futuristischen Stanislaw-Lem-Verfilmung.

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