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© BMW Group

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Text: Oliver Stangl Fotos: Press

Der nahende Frühling weckt bei Autofahrern Vorfreude auf nach unten geklappte Verdecke und Fahrtwind im Haar. Ein Blick auf die spannendsten Cabrio-Neuheiten des ersten Halbjahres.

Nicht nur die Cabriolet-Gattung an sich, auch einige in diesem Jahr neuveröffentlichte Modelle können bereits auf eine stolze Tradition zurückblicken: So war das 2004 auf den Markt gebrachte BMW 1er Cabrio mit 130.000 verkauften Exemplaren das weltweit erfolgreichste Premium-Modell dieser Fahrzeugklasse. Doch betont man im Fall des Nachfolgers bewusst Eigenständigkeit und Neuerung, wenn es in der Werbung heißt: „Das BMW 2er Cabrio folgt niemandem, es geht eigene Wege.“ In der Tat unterscheidet sich die neue Generation deutlich von den Cabrios der 1er Reihe, nicht zuletzt in seinen etwas erweiterten Dimensionen (4,4 Meter Länge, 1,7 Meter breiter, 1,4 Meter Höhe). Dass der ebenso elegante wie sportliche 2er während der FAQ-Testfahrt von Wien nach Linz eine Menge neugierige Blicke auf sich zieht, liegt neben seiner Aktualität wohl auch am Design, das kurze Überhänge, ein markantes Heck und eine kräftige Linienführung gekonnt zusammenführt. Wie von BMW gewohnt, kommt auch der Komfort im Inneren nicht zu kurz: Bequeme Ledersitze mit tiefer Sitzposition, Einfassungen in Chrom-Ausführung und unsichtbare Überrollbügel, die bei Bedarf ausfahren, sorgen für körperliches Wohlbefinden und erfreuen das Auge. Durch einen 30 mm längeren Radstand im Vergleich zum 1er gewinnen übrigens auch Passagiere im Fond an Beinfreiheit. Für Gepäck ist ebenfalls ausreichend Platz, der Stauraum lässt sich bei geschlossenem Verdeck um 30 Liter auf 335 Liter erweitern. Hinterradantrieb, 245 PS und exzellente Aerodynamik sorgen für ungetrübtes Fahrvergnügen. Das Stoffdach, das sich innerhalb von 20 Sekunden einklappen lässt, gibt es gegen Aufpreis auch in Anthrazit mit Silbereffekt. In der Serienausstattung ist das 2er Cabrio in Österreich ab 34.850 Euro erhältlich.
Wie immer schreibt BMW auch Individualität groß und so ist der 2er in den Varianten Advantage (ab 37.487 Euro, u.a. mit Servotronic), Sport Line (ab 38.995 Euro, u.a. mit Sportsitzen für Fahrer und Beifahrer), Luxury Line (ab 40.182 Euro, u.a. mit Interieurleisten aus Edelholz) und M Sport (ab 40.285 Euro, u.a. mit M Sportfahrwerk) erhältlich. Richtig exklusiv ist schließlich die Variante M235i, die in 6-Gang-Ausführung um 60.800 Euro zu haben ist (die 8-Gang-Variante kostet 62.190 Euro). Hier sind alle erdenklichen Extras vom Kniepad bis zum Farbwechsel der Ambientelichtumfänge inbegriffen. Zweifellos ein Statussymbol. Doch gleichgültig, für welche Variante man sich entscheidet – der 2er ist ein mehr als würdiger Nachfolger des 1er und geht tatsächlich eigene Wege.

Rasant und ökologisch

Auch der Audi TT Roadster kann auf eine stolze Tradition zurückblicken, seine Wurzeln liegen in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts: 1994 erschien, nach Entwürfen des Designers Thomas Freeman, der Audi TT, ein Sportwagen mit einem leichten Stoffverdeck. Dieses Modell war die Basis für den TT Roadster, der 1999 auf den Markt kam und dessen Nachfolger 2007 in Serie ging. Nun wird also die dritte Generation veröffentlicht, für die man Schauspieler Daniel Brühl (Inglourious Basterds) als Testimonial verpflichtete. Wählen kann man, je nachdem ob man es leger oder sportlich mag, zwischen dem TT Roadster und dem TTS Roadster.
Der TT gibt sich mit seinen klaren Linien puristisch, verfügt über Allradantrieb und sportliches Handling; das Stoffdach lässt sich bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h und innerhalb von 10 Sekunden elektronisch zurückklappen. Das Interieur überzeugt mit dem virtual Cockpit, das fahrzeugrelevante Informationen in Form von Grafiken, die auch bei Sonnenlicht gut lesbar sind, vermittelt. Ökologisch kann sich der 169 PS starke Wagen mit einem Verbrauch von 4,3 Litern auf 100 Kilometer sowie einer CO2-Emission von 114 Gramm pro Kilometer – Audi spricht hier von einem Bestwert im Sportwagen-Segment – ebenfalls sehen lassen. Für das sechsgängige Grundmodell (der Diesel ist nur mit Frontantrieb verfügbar) legt man in Österreich 45.320 Euro hin, entscheidet man sich für die Ausführung mit 6-Gang S tronic, sind es 51.430 Euro.
Mit seiner schnittigen Linienführung und einer Leistung von 310 PS kommt der TTS Roadster deutlich dynamischer daher – und teurer, hier geht es ab 64.350 Euro für die S tronic Variante los. Und der Wagen mit quattro-Antrieb sieht nicht nur sportlich aus, er klingt auch so: Durch einen Soundaktuator werden die Schallwellen, die der Motor aussendet, moduliert und über die Boxen ins Innere des Wagens übertragen. Sounddesign, das für Motorsportgefühl sorgt. Fahrspaß garantieren jedenfalls beide Varianten – wofür man sich entscheidet, ist neben dem nötigen Kleingeld letztlich eine Frage des Geschmacks.

Rennsport-Feeling

Ebenfalls eine Cabrio-Neuheit im ersten Halbjahr bringt Alfa Romeo mit dem 4C Spider auf den Markt. Die Anknüpfung an die Tradition der Marke steckt hier bereits im Namen: Das Kürzel 4C versteht sich als Hommage an zwei berühmte Modelle der dreißiger und vierziger Jahre, 8C und 6C. Das C steht für das italienische „cilindri“ (Zylinder). Ansonsten gibt sich der von italienischem Design geprägte, schnittig-elegante Wagen modern: Für das geringe Leistungsgewicht sorgt ein Monocoque aus Kohlefaser, ein Stoff, der in der Formel-1 eingesetzt wird. 240 PS garantieren eine Beschleunigung von null auf hundert in 4,5 Sekunden, der Vollaluminium-Motor ist hinter dem Cockpit verbaut und sorgt für optimale Gewichtsverteilung. Kein Wunder, dass Alfa den 4C als „Rennwagen für die Straße“ anpreist. Das Motorsport-Feeling wird noch ergänzt durch den Alfa-typischen Auspuffsound, der einem Doppelladeluftkühler geschuldet ist. Und wer über das absolute Motorgehör verfügt, kann eine Dual-Mode-Abgasanlage von Akrapovic ordern: Die Firma fertigt aus Titan eine zweistufige Anlage mit asymmetrischen Schalldämpfern, die für den richtigen Motorsound sorgen. Wie bei BMW und Audi gibt es auch hier ein Stoffdach, das jedoch auf Wunsch auch als Kohlefaser-Hardtop ausgeführt werden kann (übrigens ebenso wie der Überrollbügel). Der Wagen erscheint im Sommer, was den Preis betrifft, muss man hierzulande mit etwa 60.000 Euro rechnen.
Nun denn: Auf ins Grüne.

 

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