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Auf der Couch

Didi Bruckmayr, ein Mann vieler Talente.

Didi (eigentlich Dietmar) Bruckmayr, der im Oberösterreich des Jahres 1966 das Licht der Welt erblickte, kann man ohne die geringste Übertreibung als Mann vieler Talente bezeichnen: So ist Bruckmayr unter anderem Entertainer, Performer, Komponist, Filmemacher, Landesmeister im Amateurboxen, Schamane, Vortragender, Familienvater und Doktor der Handelswissenschaften. Ein Mensch gewordenes, bis hin zum Anus tätowiertes Gesamtkunstwerk, in dem sich Muskeln mit Intellekt verbinden, eine wahrhaftige Legende des österreichischen Underground. Dabei war Bruckmayr – zu des Doktors zahlreichen musikalischen Projekten zählen die irgendwo zwischen Elektronik und Industrial angesiedelten Bands Fuckhead und Wipeout – in früheren Tagen wegen seiner teils verstörenden Performances bei Teilen des Publikums gefürchtet. Kein Wunder, ließ er sich doch etwa an mit durch die Brustmuskeln gebohrten Fleischerhaken aufhängen. Mittlerweile hat sich aber herumgesprochen, dass der Mann ein ganz Netter ist – kein Gespräch, in dem Dr. Didi einen nicht mit herzhaftem Lachen für sich einnimmt oder mit pointierten Analysen der Pop- und Finanzwelt beeindruckt. Und auch bei den visuell imposanten Performances mit der Formation Fuckhead gibt es neben betont körperlichen Momenten, bei denen schon mal ein paar nackte Männer mit ihren Körpern eine Pyramide formen, immer wieder Raum für Humor. Daher sollte man den Auftritt dieser stimmlich firmen Extremclowns im brut Wien am 10. Dezember auf keinen Fall verpassen (einen ausführlicheren Hinweis zur Veranstaltung finden Sie auf Seite 122). Nur ein kleiner Sicherheitshinweis an dieser Stelle: Will man Flecken auf seiner Kleidung vermeiden, sollte man eher nicht in der ersten Reihe stehen.

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