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Kampf der Titanen

In „Batman v Superman: Dawn of Justice“ treffen die Comic-Ikonen erstmals in einem Realfilm aufeinander. Die Erwartungen sind hoch.

Sie gehören zu den berühmtesten fiktiven Helden der Welt: Der 1933 von Jerry Siegel und Joe Shuster ersonnene Superman und der 1939 von Bob Kane kreierte Batman. Als „World’s Finest“ traten die beiden Kämpfer für Gerechtigkeit aus dem Hause DC in zahlreichen Comics und Zeichentrickserien als Duo auf, das es mit den übelsten Schurken dieser Welt aufnahm, doch in Form eines Realfilms stand diese mythologische Paarung noch aus. Bis jetzt. Regisseur Zack Snyder, der Superman bereits in Man of Steel (2013) über die Leinwand fliegen ließ, inszeniert das Aufeinandertreffen der Ikonen, das von Fans und Branchenbeobachtern gespannt, aber durchaus nicht unkritisch erwartet wird. Denn Snyder polarisierte bereits mit Man of Steel: Während die einen den Film als visuell eindrucksvolle Wiedergeburt Supermans feierten, empfanden ihn andere als zu düster und stießen sich an den Zerstörungsorgien.

Die neue Düsternis war dabei die Konsequenz aus einem gewissen Popularitätsverlust, den Superman als Verkörperung der Hoffnung über die Jahrzehnte erlitten hatte: Waren die ersten beiden Kinofilme mit Christopher Reeve aus den Jahren 1978 und 1981 noch große Hits, tat sich der Stählerne in der Folge immer schwerer, Menschen ins Kino zu locken. Superman IV: The Quest for Peace wurde gar zu einem derartigen Flop, dass es fast 20 Jahre lang dauerte, ehe der Held ins Kino zurückkehrte. Doch auch die von Bryan Singer inszenierte Wiederkehr des Helden war kein Triumph: Superman Returns machte mit einem weltweiten Einspielergebnis von 391 Millionen Dollar zwar Gewinn – allerdings deutlich weniger, als sich das Studio Warner Brothers erhofft hatte. Wieder einmal musste Superman eine Pause einlegen.

Im Gegensatz dazu eilte der Fledermausmann aus Gotham City seit Tim Burtons Batman (1989) von einem Hit zum nächsten. Zwar erzwang Joel Schumachers berüchtigter Witz von einem Film namens Batman und Robin aus dem Jahr 1997 eine Kreativpause, doch markierte Christopher Nolans zwischen 2005 und 2012 entstandene Dark Knight-Trilogie den vorläufigen kommerziellen Höhepunkt, der großteils auch bei der Kritik gut ankam. Nicht nur im Kino ist Batman ein wichtiger kommerzieller Faktor: Das gut verkaufte Bat-Merchandise reicht vom Videospiel bis zum T-Shirt. In einer Zeit, in der das Publikum gerne gebrochene Helden sieht, wirkt der düstere Fledermausmann mit Kindheitstrauma eben cooler als der brave Kryptonier mit dem patriotisch anmutenden Kostüm.

HELDEN VON HEUTE

Nun kommt es also ins Kino, das Aufeinandertreffen der Giganten in Batman v Superman: Dawn of Justice. Zack Snyder, der mit seiner Verfilmung von Frank Millers 300 Rassismusvorwürfe auf sich gezogen hatte und mit seiner Adaption der Graphic Novel Watchmen die Kritik spaltete, polarisierte hier schon vor Drehbeginn mit der Entscheidung, Ben Affleck als Bruce Wayne / Batman zu besetzen. Vor allem im Internet formierte sich eine breite Welle der Ablehnung, die dem Mimen das Schauspieltalent absprach, doch glätteten sich die Wogen nach dem ersten Trailer, in dem Affleck als älterer, zynischer Batman überzeugte. Abgesehen davon hatte DC-Eigentümer Warner mit unerwarteten Casting-Entscheidungen bereits einmal großen Erfolg als Heath Ledger in der Rolle des Joker alle überraschte. Zudem hat man noch nie einen älteren, an die Graphic Novel von Miller angelehnten Batman gesehen. Dagegen monierten Superman-Fans, dass Batman in der Promotion des Films mehr Aufmerksamkeit erhalte als ihr Held. Für weitere Aufregung sorgte US-Kritiker Drew McWeeny, der unter Berufung auf Insiderquellen angab, dass das Studio nervös sei und sich frage, ob der Film auch gut ankommen werde.

Vollständiger Artikel in der Printausgabe.


Batman v Superman: Dawn of Justice

Action/Comic-Verfilmung, USA 2015 − Regie Zack Snyder
Drehbuch Chris Terrio, David S. Goyer Kamera Larry Fong
Musik Junkie XL, Hans Zimmer Kostüm Michael Wilkinson
Mit Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams, Jesse Eisenberg, Jeremy Irons, Gal Gadot, Jason Momoa, Laurence Fishburne
Verleih Warner, 151 Minuten
Kinostart 25. März

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