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Auf der Couch

James Cyrus Stewart, Jahrgang 1978, ist ein umtriebiger Geist. So verschrieb sich der gebürtige Angeleno schon in Jugendtagen der Musik und war unter anderem als Bassist Mitglied respektive Gründer vieler Bands, darunter Former Ghosts oder Sal Mineo. Letztere benannte sich nach dem legendären italo-amerikanischen Schauspieler, der 1976 von einem Kriminellen erstochen wurde. Auch Stewarts bekanntestes Musikprojekt, die 2002 gegründete experimentelle Rockband Xiu Xiu, hat einen cineastischen Bezug vorzuweisen: Joan Chens Xiu Xiu: The Girl Sent Down (1998) ist ein düsteres Drama um den Verlust der Unschuld. Auch Xiu Xiu wandeln gern auf dunklen Pfaden, was sich in der Goth-Frisur des unter anderem für Texte und Gesang zuständigen Stewart ebenso zeigt wie in Darkwave-Anklängen und den Titeln der Alben (darunter „Knife Play“ oder „Dear God, I Hate Myself“). Letztes Jahr veröffentlichte die Gruppe – Stewart ist das einzige konsistente Mitglied, doch ist Angela Seo bereits seit 2009 dabei – die Scheibe „Xiu Xiu Plays the Music of Twin Peaks“. Die Kompositionen Angelo Badalamentis zu David Lynchs düster-bizarrer Serie (in der übrigens auch Joan Chen mitspielte) stehen der Band dabei wie erwartet sehr gut. Und immer wieder kann man in der Düsternis auch Augenzwinkern wahrnehmen. Als Beweis mag die Pietà-artige Szene dienen, die Armin Rudelstorfer für seine Couch-Serie festhielt. Wer Xiu Xiu live erleben will, kann dies am 25. April im Chelsea Wien tun.


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