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Taxi Driver

Text: Sascha Skotton, Oliver Stangl Fotos: Sascha Skotton

Seit dem Jahr 2000 fährt Sascha Skotton als Taxler durch die nächtlichen Straßen Wiens. Auf Facebook veröffentlicht er unter dem Pseudonym Ferdinand Bardamu – die Hauptfigur aus Louis-Ferdinand Célines Roman „Reise ans Ende der Nacht“ – authentische, skurrile und poetische Impressionen in Wort und Bild. FAQ zeigt Auszüge seiner Hommage an die Bundeshaupstadt. 

 # Sein oder Nichtsein

Älterer Herr, schlagseitig, steigt ein beim Getreidemarkt.

– In die Mommsngossn. -

– Mommsengasse, ok. –

– Prinz Eugen Strossn aufe, na? –

–  Danke ich kenn mich eh aus. –

– Jo, Prinz Eugen Strossn foans aufe, na foans nur ume die Prinz Eugen Strossn aufe. –

– Ja, ich habs begriffen. –

– Na foans aufe über die Prinz Eugen in die Mommsngossn. –

– Ständig diese Wiederholungen immer. Jede Nacht die ganze Nacht.

  Wiederholungen Wiederholungen Wiederholungen. Ständig immer wieder

  Wiederholungen. Sowas macht mich fertig! –

– Na foans nur ume die Prinz Eugen aufe. –

– ... –

Rote Ampel

– Jo na foans nur weida, passt scho. –

– Es is rot. –

– Na foans nur fire a Stickl, die Prinz Eugen aufe. –

– Wollen Sie in die Mommsengasse oder wollen Sie am Zentralfriedhof? Es is rot. –

– I wü, i wü vis a vis, i wü vis a vis auf... –

– Ja ich weiß, die Frage ist vielmehr, ob Sie bei Rot oder bei Grün über die Ampel fahren wollen. –

– Wos wü i? –

– Überleben. Die Taxifahrt. Ob sie die Taxifahrt überleben wollen.

  Sein oder Nichtsein ... –

– Hean’s mir is des wuascht. Des miassn Sie mochn. –

– Haha, mach ich eh, sobald grün ist. –

– s ned grün? –

– Doch. Kirschgrün. –

– Sie moch’n des scho. –

– Danke, Sie sind ein lieber Fahrgast, wie war nochmal die Adresse? –

– I wü in die Prinz Eugen Strossn Nummero zwarafuffzg .–

– Ich dachte Sie wollen in die Mommsengasse. –

  (Parallelstraße zur Prinz Eugen Straße)

– I wü ned in die Mommsngossn, bleibns durt stehn auf da Prinz Eugen

  Strossn, nach der Ampel dann bleibma durt steh. –

– Ist das ein Durchhaus? Gehn sie durch das Haus in die Mommsengasse? –

– Des is ka Durchhaus, des is mei Garage. –

– Aha, 6,90 bitte. –

– Was kriegen Sie? –

– 6,90 wärns dann bitte. –

– Na wort, jetz muas i amoi schaun. Sie san a netter Kerl ... –

– Das beruht auf Gegenseitigkeit! –

– ... sogma (gibt mir einen Fünfziger), gebms ma vierzg zruck. –

– Dankeschön. –

– Na segn’s, is des a Red’ von an Stummerl? –

 Vollständiger Artikel in der Printausgabe. 

 

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