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Mono & Nikitaman © Urban Tree Media

Wanda wäre ein Risiko

Text: Paul Lohberger Fotos: Press

Ende Juli wird in Wien das popfest 60.000 Personen auf dem und rund um den Karlsplatz versammeln. Das Zentrum des Gratis-Events bildet die Seebühne vor der Karlskirche: Mitten in der Stadt, spektakulär und doch auch kompakt – ein perfektes Wien-Setting, das nationale wie internationale Besucher anspricht. Es könnte kaum einen besseren Ort geben, um die progressiven Acts der heimischen Popszene im Überblick zu präsentieren.

Dass das Wien Museum gleich neben der Hauptbühne liegt, ist kein Zufall, denn begonnen hat das popfest mit einer speziellen Programmatik im Mai 2010: Eine Auswahl der hiesigen Szene, die in ihrer Vielfalt der künstlerische Anspruch verbindet, wird begleitet von Lectures und Diskussionsveranstaltungen, die nicht nur das aktuelle Geschehen, sondern auch die lokale Popgeschichte reflektieren. So kamen im ersten Jahr der Kurator und Musikjournalist Robert Rotifer und Museumsdirektor Wolfgang Kos zusammen, um im realen Wien Museum die Radiosendung „Popmuseum“ wiederzubeleben, die Kos als Sendereihe auf Ö3 betrieben hatte. Dies geschah lange vor dem Jugendsender FM4, im Kontext der legendären Musicbox-Redaktion, der Rotifer und Kos in unterschiedlichen Epochen angehörten.

Austropopfest?

Im Jahr vor dem ersten popfest hatte Soap & Skin als österreichischer Underground-Act plötzlich eine breite Öffentlichkeit erreicht, generell boomte die Szene. Prog Rock, schräge Liedermacher, Theaterbands, Rapperinnen und Beatbastler ritterten darum, wer denn die speziellste Grätsche zwischen versponnenen Ideen und Publikumsrelevanz schaffen würde. Das Netz, vor allem aber zahllose Musikorte in der Stadt boten immer mehr Möglichkeiten der Präsenz und bildeten derart viele Suböffentlichkeiten, dass der Radiosender FM4 bei allem Engagement kaum nachkam. Bands wie Ja, Panik oder Kreisky war der geschützte Raum der österreichischen Subkultur wiederum nicht mehr genug, sie suchten ihr Glück im (deutschen) Ausland. Erfolg in Deutschland schien auch realistischer, als im Mainstream-Programm der großen Hitradios daheim zu landen ...

Vollständiger Artikel in der Printausgabe. 

 

Popfest Wien
27. bis 30. Juli, Karlsplatz


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