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WANDA © Magdalena Blaszczuk

Wanda

Wanda veröffentlichen ihr drittes Album „Niente“. Grund genug für ein Gespräch über den Weg der Band, die Wiener Gruppe und einen neuen Text aus den fünfziger Jahren.

Abmontieren ist weltweit eines der beliebtesten Gesellschaftsspiele. Wenn sich ein erfolgreiches Modell verlangsamt, kommen die Ratten aus ihren Löchern und wollen es immer schon gewusst haben, dass es so nicht weitergehen kann. Als Wanda erstmals den Gasometer buchten, konnte man die ersten Stimmen, hören, dass dies Wahnsinn sei und eine österreichische Band diese Halle nie vollkriegen würde. Als es dann Zeit für die Wiener Stadthalle war, wurden diese Stimmen wieder laut. Bei Erscheinen des dritten Albums war es sowieso klar, dass der Zenit schon längst erreicht war. Das Spiel mag eine lange Tradition haben, aber es benötigt auch Mitspieler – und Wanda verweigern sich schlicht und einfach. Ihr drittes Album „Niente“ zeigt keinerlei Anzeichen von Ermüdung, es ist vielmehr ein kreativer Kraftakt. Und es ist genau so, wie es keiner erwarten konnte: Es ist alles anders, und bleibt doch so, wie es in den letzten Jahren war. Hymnen ohne Ende, Texte zum Niederknien und die Grundlage für einen Reihe von großen Festen, die im Rahmen der Tournee im nächsten Jahr gefeiert werden können.

Schlamm

Das erste Mal Ahnung vom Potential und der Wucht von Wanda bekam ich 2014, als sie am Nachmittag beim Volksstimmefest auf der Jesuitenwiese im Wiener Prater spielten und die wetterfesten Besucher verblüfften. Was lag also näher, das Gespräch mit Sänger Marco Wanda und Gitarrist Manuel Poppe mit der Frage nach diesem Konzert zu beginnen? Marco lächelt kurz: „Da wurde unser Tourmanager zu unserem Tourmanager. Er war der einzige, der sich vor der Bühne mit nacktem Oberkörper im Schlamm gewälzt hat. Er war so auf einem Sechziger Selbstbefreiungsritual unterwegs, da haben wir gedacht, Na der ist doch dabei, nehmen wir ihn mit auf Tour.“ Manuel ergänzt: „Die anderen sind mit Regenschirmen patschnass herumgestanden und er hat wirklich Eindruck auf uns gemacht. Eigentlich war er die Show.“ Und wie würden Sie die Reise, die damals für die Band begann beschreiben? „Von einer Band, die in Clubs in den Gürtelbögen vor 40 Leuten gespielt hat, bis zur Band, die zwei Jahre später vor 12000 Menschen in der Stadthalle spielt. Das ist mein Spannungsbogen, den ich selber nicht verstehen kann. Aber wir waren damals schon eine Rock’n’Roll Band mit Welteroberungsanspruch, insofern macht es Sinn. Aber es sich vorzustellen, davon zu träumen und es dann zu erleben, das sind nochmals zwei verschiedene Dinge. Es ist aber noch geiler, als ich es mir vorgestellt habe.“ Große Bühnen haben ihre eigenen Gesetze, aber es wäre nicht Marco Wanda, wenn er auf die Frage nach den Anforderungen nicht mehr als reflektiert antworten würde ...         

Vollständiger Artikel in der Printausgabe.

 

Die gemeinsamen Feste werden erst 2018 gefeiert.
Zeit genug um „Niente“ ausgiebig zu genießen.
Wanda: Niente (Universal)
Wanda live: 7. April 2018 – Wiener Stadthalle
14. April 2018 – Dogana, Innsbruck 
19. Mai 2018 – Graz, Kasematten

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