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Sicario: Day of the Soldado

Text: Fabian Waintal Fotos: Constantin Film

Benicio del Toro über seinen neuen Film „Sicario: Day of the Soldado“, seine ersten Erinnerungen an einen Kinosaal und seine Erfahrungen mit Diskriminierung als Latino in den USA.

Als Benicio del Toro am Tag seiner Geburt am 19. Februar 1967 in Puerto Rico registriert wurde, erforderte sein vollständiger Name Benicio Monserrate Rafael del Toro Sanchez wahrscheinlich mindestens zwei Zeilen in seinem Pass-Dokument. Zuhause, in der am Strand gelegenen Stadt Miramar, nannten sie ihn dann im Alter von neun Jahren nur „Beno“, und schon damals musste er den Hepatitis-Tod seiner Mutter verkraften. Als er mit seinem Vater nach Pennsylvania zog, war er bereits 15, seinen ersten Schauspielunterricht belegte er – vorerst noch als Wahlfach – während seines Business-Studiums an der University of California, San Diego. Bald schon verwarf er seine Karriere als Geschäftsmann und begann in Hollywood Schauspiel bei Stella Adler und Arthur Mendoza zu lernen. Seine ersten Rollen hatte er in der Serie Miami Vice und Madonnas Musikvideo zu ‚La Isla Bonita‘, zwei Jahre später spielte er den Bösewicht Dario im James-Bond-Film License To Kill. An der Seite von Kevin Spacey war er in The Usual Suspects zu sehen. Aber nichts schlägt natürlich den Gewinn des Academy Awards, den er für seine Darstellung des US-Grenzpolizisten Javier Rodriguez in Steven Soderberghs Traffic zu einer Zeit gewann, in der lateinamerikanische Schauspieler und Schauspielerinnen bei den Oscars weitestgehend ignoriert wurden. Del Toro wurde noch einmal für den Oscar nominiert, als Bester Nebendarsteller in 21 Grams, im Zuge dessen ihm mehr Anerkennung zuteil wurde als Sean Penn und Naomi Watts. Für die Verkörperung des Che Guevara in Che – Part One: The Argentine erhielt er schließlich in Cannes die Auszeichnung für den Besten Schauspieler.

Unser Gespräch fand in Las Vegas statt, als del Toro im Rahmen der CinemaCon-Convention den Male Star of the Year Award entgegennahm und die ersten Bilder der Fortsetzung von Sicario präsentierte: Sicario: Day of the Soldado, in dem er seine Rolle als Alejandro Gillick wieder aufnimmt und neben Josh Brolin jene schmutzigen Aufträge erledigt, die die CIA auf legalem Wege nicht durchführen kann. Kurz darauf wurde bekannt, dass er zum Vorsitzenden der Jury der ‚Un Certain Regard‘-Sektion beim diesjährigen Filmfestival in Cannes auserkoren wurde. Ein Kreis schließt sich: Nachdem er für seine Rolle im ersten Sicario-Film ebendort zwar 2015 leer ausgegangen war, macht ihn diese Funktion, wenn man so will, nun doch zu einem Gewinner.

Was bedeutet es für Benicio del Toro, den Male Star of the Year Award bei der CinemaCon zu erhalten, ausgewählt von den wichtigsten Kino-Besitzern der Welt?

Ich bin einer dieser Schauspieler, für die gilt: Mir gefällt es nicht wirklich, mich selbst auf der großen Leinwand zu sehen. Aber ich sage Ihnen, es ist schön zu wissen, dass es Leute gibt, denen es gefällt (Lacht). Also weiß ich diese Auszeichnung von Kino-Besitzern wirklich zu schätzen, von Leuten, die hart dafür arbeiten, diese Traumwelt für eine ganz neue Generation am Leben zu halten ...

Vollständiger Artikel in der Printausgabe.


SICARIO 2: DAY OF THE SOLDADO
Action, Drama, Thriller. USA/Italien 2018
Regie
Stefano Sollima Drehbuch Taylor Sheridan
Kamera Dariusz Wolski Schnitt Matthew Newman
Musik Hildur Guðnadóttir Produktionsdesign Kevin Kavanaugh
Mit Josh Brolin, Benicio Del Toro, Isabela Moner, Matthew Modine,
Jeffrey Donovan, Christopher Heyerdahl, Catherine Keener
Verleih Constantin
Kinostart 20. Juli 2018


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