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Caren Hartley © Magdalena Blaszczuk

Fit My Ride

Die gelernte Goldschmiedin Caren Hartley fertigt Fahrräder nach Maß. Die Rahmen sind immer aus Stahl. Das andere steht zur Disposition. Wer vom idealen Rad träumen möchte, kann sich nach diesem Artikel etwas länger hinlegen. 

Persönliches Planungsgespräch, 500 Pfund Anzahlung, 18 Monate Wartezeit, Termine zum Messen und Anpassen – es gibt wohl Autos, die mit weniger Aufwand fahrbereit zu haben sind. Andererseits werden Retro-Rennräder vielfach über ihrem Wert gehandelt, wie Fachleute behaupten. Aber das sind unsinnige Vergleiche. Zumal Autos, die einen solchen Grad an Individualisierung aufweisen, dann nochmal in einer ganz anderen Preisklasse spielen. Eine so genaue Anpassung an den Körper erfolgt bei Autos wohl ohnehin nur im Profisport …

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Tatsächlich ist die Idee des Rades nach Maß naheliegend: Rahmen und Komponenten selber zusammenzustellen, ist schon lange üblich. Fahrräder sind mittlerweile in allen Designs und Preisklassen erhältlich, sie liegen mehr denn je im Trend, wobei in der Stadt drei Arten von Zielgruppen pa-rallel existieren: Sportler, Fahrer und Styler. Für alle gibt es Argumente fürs Rad nach Maß: Bessere Performance, mehr Komfort – und mehr Style! Wie man vom braven Besuch diverser Fachevents weiß, produziert die urbane Kultur ständig neue Geschäftsideen in Design und Handwerk, und manche halten sich auch. Dass dies in London umso mehr gilt, wird auch niemanden überraschen.

Persönliche Motive

Die Firmenidee ergab sich in diesem Fall recht pragmatisch: Die leidenschaftliche Radlerin Caren Hartley hatte ganz einfach das Problem, dass sie relativ groß gewachsen ist, und es daher schwer war, ein passendes Rad zu finden. Die Goldschmiedin konnte mit Metall umgehen und hatte mit Skulpturen bereits Erfahrung im größeren Maßstab gesammelt – warum also nicht gleich Räder bauen, das sind doch auch Skulpturen! Mittlerweile ist sie über zehn Jahre im Geschäft und an Abnehmern mangelt es nicht, wie die Wartezeit zeigt. Die erwähnten 500 Pfund stehen für einen Minimalwert der Anzahlung, die ein Viertel des Gesamtpreises ausmacht. Der Vorschuss sichert den Platz in der „Produktionsschlange“. Die gibt es, denn auch wenn Caren Hartley die Rahmen selber baut, ist sie an externe Abläufe gebunden: Komponenten müssen bestellt werden, und die Dokumentation des Arbeitsfortschritts über Social Media ist nicht die einzige digitale Prozedur. Aber eines nach dem anderen: Welche Bedürfnisse das Rad erfüllen soll, klärt die Meisterin im persönlichen Gespräch. Dieses wird protokolliert, gegen-gecheckt und per Anzahlung bestätigt. Dann geht es zum Bike Fitter, um die genauen Maße zu ermitteln ...

Vollständiger Artikel in der Printausgabe. 

www.hartleycycles.com
www.homofaberevent.com

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