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Shooting Star

Text: Fotos: Warner Bros.

Lady Gaga hat für ihre Leistung in „A Star is Born“, der bei den Filmfestspielen in Venedig uraufgeführt wurde, durchwegs begeisterte Kritiken erhalten. Am Lido sprach sie über die Arbeit mit Regisseur und Schauspieler Bradley Cooper und ihre Erfahrungen im Musikbusiness.

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A Star is Born ist nicht nur Bradley Coopers Erstling als Regisseur – die als Schauspieler ja bereits in hohem Maße profilierte Größe übernahm auch die männliche Hauptrolle an der Seite von Popstar Lady Gaga (bürgerlicher Name: Stefani Joanne Angelina Germanotta). Die Geschichte, die sich zwischen ihren beiden Figuren entwickelt, ist nicht neu: A Star is Born ist das mittlerweile dritte Remake der gleichnamigen, siebenfach oscarnominierten Technicolor-Romanze aus dem Jahr 1937. Lady Gaga und Bradley Cooper treten somit nicht nur in Fußstapfen von Janet Gaynor und Fredric March, sondern auch in jene von Judy Garland und James Mason (1954) beziehungsweise Barbra Streisand und Kris Kristofferson (1976). In der Original-Version ist es noch der Traum der weiblichen Hauptfigur, Schauspielerin zu werden, der im Mittelpunkt steht. Die erste Neuauflage rückte bei der Figur der aufstrebenden Actrice bereits Musik und Gesang ebenso in den Vordergrund und ging vor allem deshalb als Musical-Triumph der großen Judy Garland in die Filmgeschichte ein. In der dritten Version wurde der Branchen-Wechsel schließlich vollständig vollzogen: Eine Schlüsselszene der Story spielt sich nicht mehr bei einer Oscar-Verleihung, sondern bei den Grammy Awards ab, taucht Streisand doch anfangs an der Seite eines alternden Rock ’n’ Roll-Stars in die Welt der Musikindustrie ein. Heuer können wir wieder einen Musikfilm erwarten, der in die Jahre gekommene Musiker ist diesmal Country-Sänger. Das Genre ergab sich aus den intensiven musikalischen Vorbereitungen Coopers auf die Rolle. Zusätzlich zu den Songs aus Lady Gagas und seiner Feder konnte man unter anderem Country-Ikone Willie Nelson für den Soundtrack gewinnen.

Zwar weichen die vier Filme voneinander ab, die Grundstruktur ist jedoch eine ähnliche: Eine junge, aufstrebende Künstlerin, die davon träumt, ein Star zu werden, trifft durch Zufall auf einen dem Alkohol verfallenen älteren Profi, dessen Karriere sich am absteigenden Ast befindet. Natürlich entwickelt sich mehr als nur professionelles Interesse zwischen den beiden. Anfangs geht alles gut, doch je besser es für den weiblichen Part läuft (der 2018 erstmals nicht den Namen Esther sondern Ally trägt), desto größer werden die Probleme des männlichen Partners.

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Bei den Filmfestspielen von Venedig gab es viel Lob für den Film, nicht zuletzt für die Performance Lady Gagas. Diese kam auf dem Seeweg in Venedig an und versprühte im Vorfeld des Films in einer ganzen Reihe atemberaubender Outfits wahren Hollywood-Glamour. Ein Gespräch.

Lady Gaga, was war das Herausfordernde daran, die Figur der Ally zu spielen?
LG: Es war herausfordernd, weil sie sich am Anfang des Films komplett aufgegeben hat. Als ich selbst losgelegt habe und in meine Musikkarriere gestartet bin, als ich also entschieden hatte, professionelle Sängerin zu werden, war ich ungefähr 19 Jahre alt. Ich und mein Klavier zogen von Spelunke zu Spelunke. Ich habe versucht, ein Engagement zu bekommen, damit ich vor Publikum singen und performen kann. Und ich habe wirklich fest an mich geglaubt. Ally glaubt anfänglich nicht an sich selbst. Erst ihre Beziehung mit Jack, die gemeinsame Liebe und sein starker Glaube an sie erwecken sie richtig zum Leben.

Vollständiger Artikel in der Printausgabe.  

A STAR IS BORN
Drama/Musical, USA 2018 – Regie Bradley Cooper
Drehbuch Eric Roth, Bradley Cooper, Will Fetters
Kamera Matthew Libatique Schnitt Jay Cassidy
Production Design Karen Murphy Kostüm Erin Benach
Mit Bradley Cooper, Lady Gaga, Andrew Dice Clay, Dave Chappelle,
Sam Elliott, Bonnie Sommerville, Anthony Ramos, Michael Harney
Verleih Warner Bros., 135 Minuten
Kinostart 5. Oktober

 

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