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Maurice Ernst © Magdalena Blaszczuk

We are now!

Bilderbuch gehen weiter ihren Weg und erfinden sich gerade neu. Ein Gespräch mit Sänger Maurice Ernst über die Zukunft des Pop und die Kunst des scheinbaren Rückschritts.

Als vor einem Jahr die ersten Plakate für das Konzert von Bilderbuch am 24. Mai 2019 vor der imperialem Kulisse des Schlosses Schönbrunn an den Straßenrändern auftauchten, war das definitiv eine Überraschung. Die Vorlaufzeit war enorm, die Location wurde bisher von den Philharmonikern und alle paar Jahre von Künstlern aus dem Popmuseum genutzt, die ihre Ausstellungsstücke aufführten. Bilderbuch sind das genaue Gegenteil davon. Obwohl vergangene Großtaten wie „Maschin“ oder „Bungalow“ vielleicht auch einmal in den Kanon der Popmusik aufgenommen werden, stehen sie für den Pop im Hier und Jetzt. Der Maßstab der Band ist die Gegenwart, und wer das konsequent umsetzen will, muss sich zwangsweise mit möglichen Szenarien der Zukunft auseinandersetzen. Bilderbuch stehen für deutschsprachige Popmusik ohne Regionalbezug und wissen mindestens soviel über den Wert von Hits wie über den Wert der eigenen Glaubwürdigkeit.

Die Plakate wurden mittlerweile von der Witterung verschlungen, aber aus einem Heimspiel vor dem Schloss sind nun zwei geworden. Aber ebenso überraschend wie die Konzertankündigung veröffentlichten Bilderbuch ohne große Vorabfanfaren im Abstand von drei Monaten die Alben „Mea Culpa“ und „Vernissage My Heart“. Das transportierte Gefühl der Alben geht nun in Richtung souveräner Lässigkeit und ist ein zumindest temporärer Abschied vom bunten, alles überwältigenden, knalligen Pop der Vorgänger „Schick Schock“ und „Magic Life“. Und nicht nur im „Antivideo“ zu „Sandwishes“ blitzt der sensationelle Witz dieser Band auf. Es gab also Gründe genug für ein Gespräch mit Bilderbauch-Frontman Maurice Ernst.

„Vernisssage My Heart“ ist jetzt nur drei Monate nach „Mea Culpa“ erschienen. Was veranlasst eine Band wie Bilderbuch zu dieser Veröffentlichungsflut? Weil ihr wisst, dass ihr das könnt?

Auch. Selbstbewusstsein spielt eine Rolle. Aber mit dieser Aktion schießt man sein eigenes Business mit Pfeil und Bogen ab und macht etwas, wo die Leute aus dem Geschäft die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Ganz einfach weil das schwieriger zu verkaufen und zu kommunizieren ist. Aber künstlerisch macht es Sinn. Wir haben uns wenige Regeln auferlegt und dadurch sind viele Ideen zusammengekommen, wir haben die Diversität zugelassen und dann am Ende sortiert. Natürlich hätten wir mit dem Edding arbeiten können und eine Platte herausbringen, die dann zusammengetrimmt ist. Aber es gibt die modernen Medien, die es ermöglichen, direkt zu sein und Sachen auszuprobieren. Da darf und muss man sich als Band auch Fragen stellen wie: Muss man eine klassische Kampagne starten um etwas zu verkaufen oder ist ein Musiker mittlerweile so etwas wie ein Magazin und darf er in kurzen Abständen verschiedene Facetten zeigen? Kann man härtere Dramaturgien setzen oder können wir krassere Alben machen? Uns ist bewusst, dass uns dieser Schritt jetzt kurzfristig schadet, aber langfristig braucht man als Musiker das Vertrauen zu seinem Werdegang, zu seiner Arbeit an sich und nicht an eine Kampagne ...

Vollständiger Artikel in der Printausgabe.


FAQ Magazine verlost 3 CDs von Bilderbuchs 
neuem 
Album „Vernissage My Heart“ (Maschin Records / Universal)

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Senden Sie bis 5. Februar 2019 eine E-Mail mit dem Betreff „Bilderbuch“
an gewinnspiel@faq-magazine.com

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

Bilderbuch live: 
24. April, Gogana Innsbruck, 
24. und 25. Mai, 
Schloss Schönbrunn
13.Juli, Donaulände Linz

24. August, Freiluftarena B, Messe Graz 

 

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