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Godzilla

Text: Jörg Buttgereit Fotos: Press

Godzilla: Jeder kennt den „König der Monster“ und identifiziert ihn trotz zweier amerikanischer Remakes aus den Jahren 1998 und 2014 immer noch eindeutig als ein Wesen aus Japan. In seiner Heimat würde man Godzilla nie einfach nur ein „Monster“ nennen. Er ist ein so genanntes Kaiju, ein gigantisches mythologisches Fabelwesen aus dem Meer, ein wachsamer Seismograph japanischer Befindlichkeiten.

1954 explodiert nahe der Insel Odo ein japanisches Kriegsschiff ohne ersichtlichen Grund. Am Strand entdecken Wissenschaftler gewaltige animalische Fußspuren, die radioaktiv strahlen. Dorfbewohner berichten von einem gigantischen Wesen, das aus dem Wasser gekommen ist und ihr Fischerdorf verwüstet hat. Von einer alten Sage inspiriert, nennen sie dieses Monster Gojira (eine Kombination aus dem amerikanischen Wort Gorilla und Kujira, dem japanischen Wort für Wal). Godzilla, wie das Monster im Westen fortan genannt wird, ist eine prähistorische, aufrecht stehende Echse, einem Tyrannosaurus Rex ähnlich, dessen knochige Rückenplatten an einen Stegosaurus erinnern. Aus seinem Rachen stößt Godzilla einen radioaktiven Feueratem aus. Denn er ist durch amerikanische Atomversuche aus einem viele Millionen von Jahren andauernden Schlaf im Pazifischen Ozean geweckt worden und schwimmt nun geradewegs auf die Megametropole Tokio zu.

Der erste „Godzilla“-Film von Ishiro Honda wurde von einem Ereignis inspiriert, das Japan am 1. März 1954 schockierte. Die Vereinigten Staaten von Amerika führten einen routinemäßigen Atomtest auf den Marshall-Inseln durch. Die Atomexplosion auf dem Bikini-Atoll war mit fünfzehn Megatonnen 750 mal stärker als jene Bomben, die neun Jahre zuvor auf Hiroshima und Nagasaki niedergegangen waren. Eine Wolke aus radioaktiver Asche trieb aufs Meer hinaus. Unglücklicherweise befand sich nur hundert Meilen östlich des Testgebietes der japanische Fischkutter Dai-Go Fukuryu Maru (Glücklicher Drache Nummer 5). Das Boot und die dreiundzwanzig Mann Besatzung wurden mit klebriger weißer Asche bedeckt. Übelkeit, Kopfschmerzen und Augenbrennen waren die ersten Beschwerden. Nach wenigen Tagen verfärbten sich die Gesichter einiger Männer dunkel. Sechs Männer starben später an Krebs, und Tausende wurden krank, weil auch der gefangene Fisch verseucht war und verkauft wurde ...

Vollständiger Artikel in der Printausgabe 

 

GODZILLA II: KING OF THE MONSTERS
Action/Fantasy/Science Fiction, USA 2019 – Regie Michael Dougherty
Drehbuch Michael Dougherty und Zach Shields Schnitt Roger Barton, Bob Ducsay, Richard Pearson Kamera Lawrence Sher Musik Bear McCreary
Produktion Design Scott Chambliss Kostüm Louise Mingenbach
Mit Millie Bobby Brown, Vera Farmiga, Ken Watanabe, Sally Hawkins, Kyle Chandler, Bradley Whitford, Aisha Hinds, Zhang Ziyi
Verleih Warner Bros., 120 Minuten
Kinostart: 31. Mai

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