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Str. Andreas Mailath-Pokorny und Ursula Strauss © Wiener Rathaus

And the Österreichische Filmpreis goes to ...

Text: Brigitte Auer Fotos: Archiv

Nach seiner Premiere im Odeontheater 2011 übersiedelte der Österreichische Filmpreis 2012 in die Rosenhügelstudios und wird in seiner dritten Auflage am 23. Jänner auf Einladung des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny im Festsaal des Wiener Rathauses verliehen. Gleich bleiben die angenehme und schnörkellose Unaufgeregtheit der Veranstaltung sowie die ausnehmend schöne Preisskulptur von Valie Export.

Eingereicht wurden 40 österreichische Filme, die zwischen Oktober 2011 und November 2012 im Kino zu sehen waren und aus denen die Mitglieder der Akademie des Österreichischen Films in den nächsten Wochen die Nominierungen für Filme und Einzelleistungen in 14 Preiskategorien auswählen werden. Wie im Zuge der Eröffnung der VIS-Vienna Independent Shorts im Juni bekannt gegeben wurde, würdigt der Österreichische Filmpreis erstmals auch den Kurzfilm mit einer Auszeichnung und trägt damit der Wertschätzung gegenüber einem wichtigen Experimentierfeld und vielgestaltiger Ausdrucksform junger wie auch arrivierter Filmschaffender Rechnung. 16 Kurzfilme qualifizierten sich auf Grund von Auszeichnungen und Festivalerfolgen des vergangenen Jahres für die Teilnahme und begeben sich nun auf Tournee durch die österreichischen Kulturforen im Ausland. In der Auswahl von kurzen Spiel-, Experimental- und Animationsfilmen finden sich Arbeiten wie Hypercrisis des Künstlers und Filmemachers Josef Dabernig über das ehemalige sowjetische Erholungsheim für Filmschaffende im Südkaukasus, zounk! der für ihre Video- und Soundexperimente bekannten Künstlerin Billy Roisz, ein Film, der die Empfindungen des Songs Eisenwalzer der österreichisch-slowenischen Band BROKEN.HEART.COLLECTOR abstrakt visualisiert sowie zwei Filme von Kurdwin Ayub, einer jungen Filmemacherin und Performerin mit irakischen Wurzeln, der auf der diesjährigen Viennale ein Special gewidmet war. Sommerurlaub und Schneiderei sind Teil VI und VII einer mit Vaginale betitelten Serie über Gender-Klischees und die Beziehungen zwischen Mann und Frau.

Das Netz der österreichischen Kulturforen im Ausland schätzt auch Karl Markovics, Präsident der Akademie des Österreichischen Films und im vergangenen Jahr dank seiner ersten Regiearbeit Atmen auch in mehreren Kategorien selbst mit dem Filmpreis ausgezeichnet. Er war bereits in den Dependencen New York, Prag, London und Kiew zu Gast: „Und jedes Mal habe ich mich dabei auf eine ganz besondere und einmalige Art in der Welt zuhause gefühlt. Ich hatte nie das Gefühl, Bürger eines kleinen Landes, sondern Vertreter eines großen Ganzen zu sein. Es waren alles Orte, wo die einzige Tradition darin bestand, die lebendige Weiterführung einer gemeinsamen Zukunft zu bewerkstelligen, wo Österreich weder an erster, noch an letzter Stelle, sondern einfach mittendrin stand.“ Dass diese Orte nun verstärkt zu „Schau“-Plätzen des heimischen Filmschaffens werden, ist erfreulich.

Österreichischer Filmpreis 2013
23. Jänner 2013
Rathaus Wien

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