article_1269_01_the-wicker-man_580x396.jpg
The Wicker Man

Ausweglos

Aufgrund eines anonymen Briefs geht der Polizeibeamte Neil Howie dem Verschwinden eines zwölfjährigen Mädchens nach. Doch an dessen Wohnort, einer abgelegen Insel vor der Küste Schottlands, stößt er auf eine Mauer des Schweigens. Zunächst will niemand überhaupt von der Existenz des Mädchens etwas wissen. Doch der gründliche Ermittler Howie ahnt, dass hier etwas nicht stimmt und geht dem Fall weiter nach. Er stößt auf allerlei Merkwürdigkeiten, denn die Bewohner, angeführt vom Besitzer der Insel, dem exzentrischen Lord Summerisle (herrlich nonchalant und mit einem Schuss Selbstironie von Christopher Lee gespielt), hängen geradezu sektenartig einem Glauben an Naturgötter nach, der sich in Form von archaisch anmutenden Ritualen und libertären Freizügigkeiten manifestiert. Besonders die offen zur Schau gestellten Ausschweifungen erotischer Natur vertragen sich so gar nicht mit den puritanischen Anschauungen des strenggläubigen Christen Howie. Immer mehr verfestigt sich bei ihm der Verdacht, dass das verschwundene Mädchen bei einem der heidnischen Bräuche als Menschenopfer dargebracht werden soll. Doch dabei übersieht er die Gefahr, in der er sich längst selbst befindet. Mit einer aberwitzigen Mischung, die typische Genre-Elemente des Thrillers und Krimis mit zeitgeistigen New-Age-Phantasien durchsetzt hat der 1973 gedrehte The Wicker Man im Lauf der Jahre Kultstatus erlangt. Völlig zu recht, denn Robin Hardys Inszenierung generiert über das Aufeinanderprallen zweier gegensätzlicher Welten einen narrativen Sog bis hin zum Finale, das in seiner gnadenlosen Konsequenz selbst Horror-affine Zuschauer in Schockstarre versetzt. Oftmals nur in gekürzten Versionen vorhanden, ist The Wicker Man nun in der Final-Cut-Fassung erhältlich.

Ein Klassiker des Kriminalromans ist zweifellos Patricia Highsmiths „The Talented Mr. Ripley“. Bereits fünf Jahre nach der Veröffentlichungen 1955 wurde das Buch von René Clément unter dem Titel Plein soleil mit Alain Delon in der Hauptrolle erstmals verfilmt, 1999 brachte Anthony Minghella seine Version auf die Leinwand. In The Talented Mr. Ripley versucht Tom Ripley, ein ambitionierter aber mittelloser junger Mann, im New York der fünfziger Jahre Fuß zu fassen. Aufgrund einer Lüge gewinnt er das Vertrauen des vermögenden Herbert Greenleaf und wird von diesem beauftragt, nach Italien zu reisen und Greenleafs Sohn Dickie aufzuspüren. Der genießt dort nämlich das Leben eines Bohémien und soll zur Rückkehr in die Vereinigten Staaten überredet werden. Tom findet den Millionärssohn, und mit seinem chamäleonhaften Charme gelingt es ihm rasch, ein freundschaftliches Verhältnis zu Dickie und dessen Freundin Marge aufzubauen. Und Tom gewinnt Gefallen am Upper-Class-Lebensstil, den er um jeden Preis selbst führen will. Das setzt ein Spiel aus Täuschungen in Gang, das eine mörderische Dynamik bekommt. Minghellas Inszenierung ist ein stilsicheres Zeitporträt, das jedoch hinter der eleganten Fassade der Fifties einen fein nuancierten psychologischen Thriller entwickelt, der menschliche Abgründe präzise offen legt. Geschuldet ist das auch einem exzellenten Cast: Matt Damon in der Rolle der ambivalenten Titelfigur, Jude Law, Gwyneth Paltrow, Cate Blanchett und Philip Seymour Hoffman machen The Talented Mr. Ripley zu einer kongenialen Adaption.

Einen ungewöhnlichen Abschiedsauftritt absolviert Hugh Jackman als Wolverine. Nachdem er den Mutanten mit den Stahlkrallen mehrfach verkörpert hatte, tritt er nun mit Logan –The Wolverine von der Superhelden-Bühne ab. Im Jahr 2029 gibt es kaum noch Mutanten, Logan ist ein angeschlagener Charakter, der in Mexiko sein Dasein fristet und sich um den dementen Professor X kümmert. Als er gebeten wird, ein kleines Mädchen in die USA zu bringen, stimmt er nur zögerlich zu. Doch das Mädchen trägt Mutanten-DNA in sich und wird deshalb erbarmungslos gejagt. Das weckt Logans Kampfgeist ... James Mangold hat mit Logan einen betont düsteren Abgesang auf einen Superhelden atmosphärisch dicht in Szene gesetzt.


The Wicker Man – Final Cut Edition 
Studiocanal, 91 Minuten 
Erscheint am 20. Juli

Der talentierte Mr. Ripley 
Arhaus/Studiocanal, 133 Minuten 
Bereist erschienen

Logan – The Wolverine 
20th Century Fox Home Entertainment, 135 Minuten 
Erscheint am 13. Juli

 

Tags: