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Bitte anschnallen!

Text: Jenni Koutni Fotos: Press

Dem Namen Marina Hoermanseder entkommt man zurzeit nur schwer. Von ihrem Berliner Atelier aus sorgt die Wienerin regelmäßig für internationales Aufsehen und eine Prise Fetisch.

 

Die erste eigene Kollektion auf der Berliner Fashion Week mit Mitte Zwanzig, unzählige Veröffentlichungen in einflussreichen Modemagazinen, Lady Gaga und FKA Twigs unter den Fans, dazu kürzlich die Auszeichnung mit dem Modepreis der Stadt Wien. Nicht zu vergessen, dass die von ihr designten Uniformen mit dem Austrian- Airlines-Personal seit kurzem rund um den Globus reisen. Designerin Marina Hoermanseder ist der Bezeichnung „Shooting Star“ endgültig entwachsen. Die Karriere der Wienerin verläuft gerade so steil bergauf, dass man sich fast schon anschnallen muss. Vielleicht hat sie ja genau das vorausgesehen, als sie eben diese Schnallen als ihrem Markenzeichen erkor. Natürlich kommt Erfolg einem nicht einfach so zugeflogen, und mit Stolpersteinen hat bestimmt auch jemand zu kämpfen, der nicht nur einmal als „Wunderkind der Mode“ betitelt wurde. Doch begonnen hat diese Geschichte bereits spektakulär. Denn wer kann schon behaupten, er habe sein Praktikum bei Alexander McQueen absolviert? Eine Ausbildung, die stilprägend für die in Berlin lebende Österreicherin war. In vielen Entwürfen meint man den Geist des genialen Designers zu erkennen: Orthopädische Beinstützen, Hartschalenkorsetts, an Zwangsjacken erinnernde Capes aus Leder und Bleistiftröcke aus Lederriemen mit großen Schnallen. Kernelemente, die sie zu ihrem Markenzeichen machte – und damit ihre ganz eigene, unverwechselbare Handschrift schuf. Aber auch wenn die eben genannten Röcke an Streetstyle-Ikonen von Paris bis New York zu sehen waren – so eine Zwangsjacke samt Korsett trägt sich schlecht. Das muss man jemandem mit abgeschlossenem Wirtschaftsstudium natürlich nicht erklären, und so bastelte sie bald an tragbaren Kombinationsmöglichkeiten. Flatternde Seidenblusen waren bereits zu sehen, genauso wie geraffte Bleistiftröcke und schön drapierte Oberteile aus weichem Stoff. Die perfekte Mitte zwischen Kunst und Kommerz scheint gefunden. Aber es wäre nicht Marina Hoermanseder, wenn wir nicht weiterhin feinste Mode sehen würden, immer versehen mit Elementen, die Staunen machen.

www.marinahoermanseder.com

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