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Church of Love

Arbeiter der Liebe, das Bernsteinzimmer der guten Musik, Hohepriester des Schlagers oder Menschenversteher sind alles Prädikate, die Christian Steiffen sich gegeben hat oder die ihm nachgesagt bzw. an ihm angehaftet wurden. Und alles ist richtig, denn Steiffen ist eine Figur, die überall Herzen erobern kann. Er kann sich in Wacken vor 50.000 Metalheads und Hardrockfans auf die Bühne stellen und nach einer Schreckminute werden zumindest 45.000 lauthals und begeistert mitsingen (der Rest ist alkoholtechnisch verhindert oder erleichtert sich gerade). Wenn man ihn in eine der Shows von Florian Silbereisen steckt, wird das gleiche passieren und bei der 75er Feier ihres Lieblingsverwandten oder dem Frühschoppen jedes Fussballvereins von Bad Radkersburg bis Cuxhaven ebenfalls.

Warum ist leicht erklärt: Christian Steiffen wurde entworfen um uns Orientierung zu geben, um den Blick dorthin zu werfen, wo der Schuh wirklich drückt und nicht dorthin wo aus Zivilisationswimmerln neue Konsumprobleme geschustert werden. Wer kümmert sich außer Steiffen schon um Selbstmitleid, dass der Winterdepression vorzuziehen ist (denn, da hat man nicht nur im Winter was davon) und setzt das dann auch für alle eher visuell veranlagten Menschen in ein Video um, dass beschämenderweise noch nicht 10 Millionenmal angesehen wurde und auch noch von keiner Kunstsammlung angekauft wurde? Vielleicht wird für die würdige Präsentation dieses Werks auch dieses Schloss in Berlin erbaut und die Verträge sind (noch) geheim bzw. es wird noch an Detaillösungen gearbeitet. Die Mona Lisa hängt man ja auch nicht so einfach an die Wand.

In einem Vorleben war Christian Steiffen aktives Mitglied in der Church Of Elvis und auch wenn sich der King nicht der Alltagsprobleme seiner Kundschaft annahm, so war er doch Hoffnungsträger und Fluchtort zugleich. In seiner Stimme fand und findet sich aber jede und jeder wieder und dieses Erbe, diese Bürde, aber auch diese Ehre hat nun Hr. Steiffen übernommen.

Er drückt die Liebe zur Nächsten, zur Frau, die dem leicht bis mittelschwer angeschlagenen Mann bei Morgengrauen gegenübersitzt, so ehrlich wie alternativlos aus. Aber er versucht uns auch zu vermitteln, dass die Liebe zu sich selbst, mindestens genauso wichtig ist. Man darf als ewiger Besserwisser laut „Ja, ich hab recht!“ sagen, ohne gleich im Erdboden zu verschwinden („Ich weiss, was ich weiss“)

Das alles verpackt in Melodien, die die Herzen erreichen und in Arrangements von Dr. Martin Haseland, die den technoiden Schlagerbeat ebensowenig ausschließen, wie den geschmeidigen Philly-Soul oder den guten alten L’Amour-Hatscher. Karl Farkas sagte einst: „Schauen Sie sich das an!“ Wir ergänzen: „Hören Sie sich das auch an.“


Christian Steiffen live:
9. März - Chelsea Wien; 10. März - PPC Graz

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