article_596_01_days_of_fabulous_580x396.jpg

Das gewisse Etwas

Text: Anne Feldkamp Fotos: Press

Ein wenig versteckt er sich schon, dieser Verkaufsraum, der hier Ende letzten Jahres im ersten Bezirk eröffnet hat: Hoher Markt, hinein in die Passage Ecke Landskrongasse. Dann aber entschädigt der Shop Days of Fabulous mit freier Sicht bis zur Umkleidekabine. Der kleine Verkaufsraum kommt wie ein verglaster Wintergarten daher, von oben bis unten eigensinnig angefüllt mit österreichischer Designerware von Petar Petrov über Pelican Avenue bis Meshit, mit Handschuhen und Accessoires von Nina Peter und Vintage-Ware aus den USA. Entscheidend bei deren Auswahl: „Teile zu finden, die das gewisse Etwas und einen Witz haben“, erklärt Shopmanager Mark Baigent. Wie man sich das so circa vorzustellen hat? „Wir finden den Look einer Designerhose oder von Leggings kombiniert mit einem Harvard Pullover cool und verbreiten damit den neuen London-Soho-Look.“ Keine Frage, hier im ersten Bezirk hat sich ein Platz mit Sinn für eine gewisse modische Schräge gemütlich gemacht. Denn Days of Fabulous ist keine dieser erwartbaren minimalistischen Verkaufsschuhschachteln in monochromem Weiß. Hier hängen Vinylplatten an den Wänden und Kleider auch mal von der Decke. „Die sind auch zu haben“, erklärt die Dame im Verkauf und deutet auf zwei Jacken, die am Kleiderbügel von der Decke baumeln. Und ansonsten? Werden hier Hosen, Strickpullover, Jacken an Stangen, in lange Baumstümpfe gebohrt, aufgehängt. Und zwar nicht fein säuberlich nach Designer oder Hersteller geordnet, sondern, so scheint es, frei nach Gefühl. Damit spiegelt der Shop natürlich die Universen der eigenwilligen Köpfe dahinter wieder. Gregor Pirouzi, umtriebiger Inhaber des nah gelegenen Westwood-Shops, erzählte Mark Baigent, exzentrische Designhälfte des Labels „Mark & Julia“ und kommunikativer Tausendsassa, von seinem Vorhaben: „Ich war sofort Feuer und Flamme und bin es auch jetzt noch“, sagt der heute. Tatsächlich, dieser Shop will mehr sein als simple Verkaufsfläche. Es geht darum, österreichische Designer zu unterstützen und nicht zuletzt dem Kunden „beim Einkaufen ein gutes Gefühl zu vermitteln und als eine Art Szenetreffpunkt zu gelten.“ Ohne Frage ein sympathischer Ansatz: Diesem Shop darf unbedingt die Glastür eingerannt werden.

Days of Fabulous
Hoher Markt 3 – Passage Ecke Landskrongasse, 1010 Wien

Tags: