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Ein wunderbares Duo

Aus dem Wechselspiel der verschiedenen kreativen Departments, die bei einer Filmproduktion zum Einsatz kommen, sind im Verlauf der Filmgeschichte immer wieder Partnerschaften entstanden, deren Zusammenwirken zu höchst produktiven und bemerkenswerten Resultaten über einen längeren Zeitraum hinweg geführt haben. Als herausragende Beispiele für längerfristiges Teamwork können etwa die Zusammenarbeit zwischen David Lean und Maurice Jarre, der für vier grandiose Regiearbeiten Leans – Lawrence of Arabia, Doctor Zhivago, Ryan’s Daughter und A Passage to India – den Score komponierte oder jene zwischen Wong Kar-wai und Kameramann Christopher Doyle, die gleich sieben Spielfilme umfasst, gelten. Eine besonders intensive Partnerschaft bestand zwischen Stéphane Audran und Claude Chabrol. Aus einer kleinen Rolle, die Audran 1959 in Chabrols Les Cousins spielte, entwickelte sich ein gemeinsames Schaffen, das über drei Jahrzehnte hinweg mehr als zwei dutzend Filme umfassen sollte.

Eine der aktuell spannendsten Beziehungen dieser Art ist zwischen Eva Green und Tim Burton entstanden. Seit Green mit ihrem Debüt in Bernardo Bertoluccis The Dreamers eindrucksvoll auf sich aufmerksam machen konnte, zählt sie zu den herausragenden Schauspielerinnen des Weltkinos, die in Big-Budget-Produktionen wie Casino Royale ebenso zu überzeugen versteht wie im Arthouse-Kino. Dass sie eine Vorliebe für die Darstellung sinistrer Figuren besitzt, hat sie unter anderem mit ihre Rolle in der höchst erfolgreichen TV-Serie Penny Dreadful unter Beweis gestellt. Eine ebenfalls abgründige Figur verkörperte Eva Green auch in ihrer ersten Arbeit unter Tim Burtons Regie: In der Horror-Komödie Dark Shadows spielte sie eine Frau, die mittels schwarzer Magie Jahrhunderte lang ihr Unwesen treibt. Nach einer weiteren Kollaboration in dem düsteren Fantasyfilm Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children folgt nun mit Dumbo die dritte Kollaboration von Burton/Green.

Tim Burton, der im Verlauf seiner Karriere eine ganze Reihe von höchst originären, phantastischen Welten mit Filmen wie etwa Edward Scissorshands, Ed Wood oder Sleepy Hollow generiert hat, wagt sich mit seiner neuen Regiearbeit an eine Realfilmversion, die auf Walt Disneys gleichnamigem Zeichentrick-Klassiker basiert.

In Burtons Dumbo ist der titelgebende kleine Elefant – mittels beeindruckender CGI zum Leben erweckt – wegen seiner übergroßen Ohren zunächst jeder Menge Hänseleien ausgesetzt. Doch als sich herausstellt, dass er dadurch fliegen kann, wird er rasch zum Liebling und Star des kleinen Wanderzirkus, in dem er geboren wurde. Doch Dumbos einzigartige Fähigkeit erweckt das Interesse eines gerissenen Unternehmers, der mit dem kleinen Elefanten nur das große Geschäft machen möchte. Eva Green hat die Rolle einer Trapezkünstlerin übernommen, mit Colin Farrell, Michael Keaton, Danny DeVito und Alan Arkin sind weitere Schauspielgrößen dem Ruf Burtons gefolgt.

DUMBO 
Fantasy, USA 2019Regie Tim Burton
Drehbuch Ehren Kruger Kamera Ben Davis
Schnitt Chris Lenezon Musik Danny Elfman
Mit Colin Farrell, Michael Keaton, Eva Green, Danny DeVito, Alan Arkin
Verleih Walt Disney Studios, 130 Minuten
Kinostart 28. März

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