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Björk © Stéphane Sédnaoui

Elfenarchiv

Kaum jemand hätte der selbstbewussten Sängerin der Sugarcubes vor knapp dreißig Jahren zugetraut, dass sie heute eine anerkannte Universalkünstlerin ist, die aktuell auch vom Museum of Modern Art in New York mit einer Ausstellung gewürdigt wird. Björk steckte immer alles in ihre Kunst, egal ob ihre Liebe zu Komponisten wie Karlheinz Stockhausen, die Landschaft und Mythen ihrer Heimat Island oder Sounds aus allen Kulturkreisen des Planeten.
Da der 50. Geburtstag naht, ist eine Würdigung mehr als angebracht und angesichts der Zusammenarbeit Björks mit Film- und Videokünstlern, Architekten, Designern, Handwerkern und natürlich Musikern ist nun „Archives“ erschienen, eine Retrospektive, die aus vielen Blickwinkeln das vielfältige Werk dokumentiert und natürlich auch in eine gewagte Form bringt. Ein Schuber vereint alle Single/LP/CD-Covers im Briefmarkenformat und vier Bücher. Der Musikkritiker des New Yorker Alex Ross lässt die Veröffentlichungen kenntnis- und detailreich Revue passieren und setzt die Songs und Sounds auch immer in Verbindung mit den jeweiligen Orten und Lebensstationen der Vielgereisten. Einblick ins Leben und Denken bringt dann ein ebenso herzliches wie tiefschürfendes E-Mail Gespräch, auf das sich Björk mit den Autor und Philosophen Timothy Morton eingelassen hat. Die Themen reichen von Politik über Ökologie bis hin zur Philosophie. Einer ihrer Sätze zum Thema Musik sei hier zitiert: „The music in my household was like loud all the time. So this became the ocean I lived in, like physics, sonic liquid, and all else like life and such were berries on top.“
Die weiteren Bücher enthalten eine Einführung in das Werk von MoMa Chefkurator Klaus Biesenbach, einen Essay der Musikwissenschaftlerin Nicola Dibben über die mannigfaltigen Kooperationen Björks und eine poetische Annäherung an die Gedankenwelt der Künstlerin des isländischen Dichters Sjón.


Klaus Biesenbach (Herausgeber)
„Björk: Archives“
Schirmer / Mosel Verlag, München
EUR 51,20

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