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Billy Bragg © Pete Dunwell

FAQ43 – Konzerte

Wenn man sich den diesjährigen Konzertkalender ansieht, kann man feststellen, dass das Sommerloch 2017 abgeschafft wurde. Kaum jemals zuvor gab es jenseits des Festivalgetöses so viele Auftritte großartiger Künstler zu erleben. So wird am 19. Juli Jamie Lidell mit seinen Royal Pharaohs im Wiener WUK auftreten. Der Grenzgänger zwischen Soul, Elektronik und Dance hat auf seiner aktuellen Platte „Building A Beginning“ einen großen Schritt in Richtung klassischen Souls gemacht. Schuld daran waren weder eine neue Frau oder eine elementare Krise, sondern die Geburt seines Sohnes. Diese Welle der Freude und Liebe wird sich über das tanzende, schwitzende und am Ende glückliche Publikum ergießen.

Brian Wilson fällt zweifellos auch in die Kategorie „großartig“. Kaum ein Künstler hat der Musik des 20. Jahrhunderts so viele Perlen geschenkt wie er. Man braucht kein Prophet zu sein, um zu behaupten, dass in nicht so ferner Zukunft ein Werk wie „Pet Sounds“ wohl in den Hallen der Hochkultur landen wird. Die Vorstellung, dass „God Only Knows“ oder „Caroline, No“ beim Neujahrskonzert gespielt werden, hat auch etwas Beruhigendes. Am 20. Juli kommt der Komponist mit seinem größten Werk in die Halle F der Wiener Stadthalle. Seine grandiose Band wird einen Großteil der Arbeit tun und jedem Zuhörer klarmachen, welch legendärer Songzyklus hier von dem fragil wirkenden Herrn in der Bühnenmitte geschaffen wurde. Manchmal ist ein Konzertbesuch eben auch ein Pilgergang.

Das WUK ist zweifellos eine der am besten gebuchten Locations in diesem Sommer. Das kommt dem Konzertbesucher durchaus zugute, denn Wartezeiten lassen sich sehr angenehm im Innenhof mit entsprechenden Getränken verbringen. Einer von vielen Höhepunkten ist der Besuch von Billy Bragg am 12. August in der großen Halle. Spätestens wenn er „No One Knows Nothing Anymore“ anstimmt, sollte kein Herz ungerührt bleiben, denn der Mann ist eine Legende am Puls der Zeit. Den Sommerschluss im WUK am 21. September markiert dann ein Visionär, der ebenfalls Geschichte geschrieben hat: DJ Shadow erhob Sampling zur Kunst. Er schaffte es, mit Beats Sounduniversen zu erschaffen und diese auch wieder zum Verschwinden zu bringen. Er blieb nie bei einem Genre hängen, er vermählte HipHop und Krautrock, Ambient und Funk oder auch Jazz und Rare Grooves. Nach längerer Pause geht er wieder auf Tour. Da er auch für die höchst artifizielle visuelle Umsetzung seiner Kunst bekannt ist, darf man auf diesen Auftritt mehr als gespannt sein.

 

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