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Howe Gelb, Giant Sand © Omer Kreso

Freak Out

Kann sich jemand daran erinnern, dass es Status Quo nicht gab? Kann sich jemand ein gut gefülltes Sportstadion ohne das Intro von „Whatever You Want“ vorstellen, egal ob in der Bastard-version des angestellten Organisten oder in der knisternden Originalversion? Trotz dieser gefühlten Unsterblichkeit gaben die unverwüstlichen Boogie-Rocker nun ihren Abschied bekannt. Ob der Bestand haben wird, wird sich zeigen, denn ein Schlupfloch gibt es immer. Eine Tournee führt Sie noch kreuz und quer durch Europa und die erste Station in Österreich ist am 30. Juli ein Open Air am Linzer Domplatz. Am 12. Oktober spielen sie im Wiener Gasometer und am Tag darauf in der Klagenfurter Wörtherseehalle.

Mitten im Hochsommer, am 13. August besucht Howe Gelb mit einer neuen Inkarnation seiner Band Giant Sand die Szene Wien. Gelb ist der Jedi-Ritter aus der Wüste, der inzwischen ein Testimonial für die pure Gelassenheit geworden ist und seine Songs und seine typischen trockenen Riffs noch immer aus dem Ärmel schüttelt. Auch wenn Gelb in diesen Breiten des öfteren vorbeischaut, ist jedes Konzert einmalig, denn erstens liebt er die Improvisation und zweitens ist er selbst rasch gelangweilt.

Als Freakwater Anfang des Jahres nach langer Pause das Album Scheherazade veröf-fentlichten,war ein Seufzer der Erleichterung fällig, denn die Band rund um Janet Bean und Catherine Irwin wurde schmerzlich vermisst. Dass das Album alle Erwartungen übertraf, war dann schon Grund für Jubel, als dann auch noch Österreichkonzerte angekündigt wurden, war ein Freudenschrei fällig. Die Bezeichnungen Alternative-Country oder Roots-Folk greifen bei dieser Band sicher zu kurz, zutreffender wäre wohl der Begriff „Heartfelt Cosmic American Music“. Schlussendlich zählt aber nur, dass Freakwater herzzerreißende Songs schreiben, die zu Tränen rühren und uns dann einen Song später herzlich lachen lassen. Am 24. September freuen wir uns auf Freakwater im traditionsreichen Kino Ebensee und am 26. September im Wiener WUK.

Einen Tag später, am 27. September, gastiert Ben Harper mit seinen Innocent Criminals im prächtigen Rahmen des Wiener Konzerthauses. Das frühere Gitarrenwunderkind hat bewiesen, dass es in allen Genres zuhause ist und verschreibt sich immer mehr dem blendend arrangierten Song. Auf seinem neuen Album Call it What It Is finden sich große Balladen wie „Goodbye To You“ genauso wie Breitwandrocker wie „When Sex Was Dirty“, und es scheint so, als ob sich Harper jetzt dem großen amerikanischen Rocksong zuwendet und auch keine Berührungsängste mit dem hat, was früher Mainstream genannt wurde. Auf einen spannenden Abend mit diesem Alleskönner darf man gespannt sein.

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