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Stephan Doleschal

Indira Nunez

Indira Nunez wurde in Caracas, Venezuela, geboren. Nachdem sie ihre Ausbildung an der National Dance School abgeschlossen hatte, fing sie mit 17 Jahren an, mit der Dance Company 100% Impro zu touren. Zwei Jahre später zog sie nach Wien, um sich verschiedensten Tanz- und Theater-Projekten widmen zu können. Sie arbeitete mit dem Tanz Hotel, dem Tanz-Theater Homunculus, mit den Performerinnen Milli Bitterli, Lena Wicke-Aengenheyster, Elisabeth Tambwe und anderen. Sie hat zwar Angst in Aufzügen, trotzdem scheint es in ihrem Leben und Wirken kontinuierlich leicht bergauf zu gehen. Als Yoga-Lehrerin steht die Körperarbeit nach wie vor im Vordergrund ...
Zur Zeit erarbeitet sie auch eine eigene Performance, in der sie Ängste oder einschneidende Erlebnisse in ihrem Leben verarbeitet und vertanzt. Der Titel des Stückes ist "Cicatrix / Like eating glass". Cicatrices, also scars bzw. Wunden, thematisiert Narben, die wie markante Erinnerungsstücke immer noch in ihre Haut eingeschrieben sind und auf schmerzhafte, blutige Verletzungen hinweisen. Rituelle Selbstverletzungen, das Sichzufügen von Wunden als Körperdekor stellt ja bei einigen indigenen Kulturen einen wichtigen Teil ihres Selbstverständnisses dar. In der westlichen Welt werden Narben oft als unschön empfunden, nichtsdestotrotz ist der Trend der Selbstperforierung durch Piercings bzw. zur Verwendung der Haut als Bildträger von Tattoos nach wie vor ungebrochen. Und in der Medizin wird ja zum komplexen Thema des Schmerzgedächtnisses sehr viel geforscht ...
Aber zurück zu "Cicatrix / Like eating glass", der Performance, die Indira mit ihrem Freund Thomas Jirku, einem Musiker, gemeinsam konzipiert. Hier abschließend dazu noch ein paar O-Töne: "Bei diesem autobiografischen Werk stand das Verlangen, ein Stück zu machen, bei dem ich alle signifikanten Körpererfahrungen einsammeln kann, am Anfang der Überlegungen. Ich gehe jetzt durch einen Prozess der Gewahrwerdung meiner damaligen Aktionen und Gedanken. Zentral dabei sind die Fragestellungen: Hat der Körper seine eigene Erinnerungsfähigkeit? Wie erinnern oder vergessen wir schmerzhafte Erfahrungen, die durch die exzessive Arbeit am Körper entstehen? Wo liegen die Grenzen des Schmerzes?"

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