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Wilde Maus

Josef Hader. Filme und mehr

Text: Oliver Stangl Fotos: Press

Ein Buch, das eigentlich längst überfällig war: Schließlich ist Josef Hader schon lange nicht mehr „nur“ Kabarettist, sondern auch die Größe im österreichischen Film, ein Kassenmagnet als Schauspieler, Drehbuchautor, unter anderem bei den vier bisherigen Wolf-Haas-Verfilmungen, und seit Wilde Maus, der in diesem Jahr zur Berlinale eingeladen wurde, auch Regisseur.

„ray“-Herausgeber Andreas Ungerböck hat mit Hader ein sehr langes Interview geführt, das neben Bekanntem doch auch einiges enthält, was man nicht so genau wusste, etwa, dass Josef Hader eine große Liebe zur US-Stand-up-Comedy, vor allem zum legendären Lenny Bruce, hat, dass er in der Schülerzeitung des Stiftes Melk, wo er das Gymnasium besuchte, zu schreiben begann und noch mehr. Ungerböck zeichnet in einem weiteren Text auch die Karrierestationen des 1962 im oberösterreichischen Waldhausen geborenen, aber im niederösterreichischen Nöchling aufgewachsenen Hader nach – von den ersten bescheidenen Anfängen mit Kabarettnummern in Hinterzimmern und Fußgängerzonen bis hin zu seinem Regiedebüt und den drei neuen Filmen, die fertig sind, aber noch auf ihre Ausstrahlung bzw. ihren Kinoeinsatz warten. Ebenfalls zu Wort kommt mit Georg Hoanzl einer von Haders „ältesten“ Wegbegleitern, der ihn seit fast 30 Jahren mit seiner Agentur betreut und auch alle CDs und DVDs von Haders Solo-Kabarettprogrammen und Filmen herausgebracht hat.

Michael Pekler untersucht in seinem Beitrag „Unsichtbares Gepäck“ die „Figur“ Josef Hader, die sich in seinen Kabarettprogrammen bis hin zu den verschiedenartigen Charakteren, die er im Film bisher dargestellt hat, gar nicht so sehr unterscheidet: Sie hat einiges zu erdulden, ob jetzt vom groben Wirt Löschenkohl in Der Knochenmann oder als Kreuzträger in Silentium, ob als exilierter Schriftsteller Stefan Zweig in Vor der Morgenröte oder als Geldbote Johnny Pichler in Blue Moon, den es eher unfreiwillig bis in die Ukraine verschlägt. Man möchte mit dieser Figur, so der Autor, nicht tauschen. Die Bestsellerautorin Doris Knecht beschreibt in ihrem Beitrag „Geh, der Herr Hader!“, einem sehr persönlich gehaltenen Resümee, ihre anfängliche Skepsis („Für jemanden, der vom Punk kommmt [...], ist Kabarett suboptimal“), aber auch ihre wachsende Bewunderung für den Kabarettisten, Schauspieler und nunmehrigen Regisseur Josef Hader.

Schließlich enthält das Buch auch ein sehr liebevolles und sympathisches Vorwort von Haders langjähriger – die beiden kennen einander seit gut 30 Jahren – Kollegin Maria Hofstätter, die sich an die gemeinsamen Anfänge in Linz erinnert und darlegt, warum sie immer wieder gerne mit Hader spielt. Eine umfangreiche Filmografie mit Inhaltsangaben und eine ganze Reihe von zum Teil eher seltenen Fotos rundet das Buch ab.

Andreas Ungerböck (Hg.)
Josef Hader. Filme und mehr
Mit Texten von Maria Hofstätter, Doris Knecht und Michael Pekler.
192 Seiten, zahlreiche Abbildungen.
Schüren Verlag, Marburg 2017
ISBN 978-3-89472-850-2
EUR 19,90

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