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Kultobjekt MINI

Text: Oliver Stangl Fotos: BMW Group

Die sehenswerte Ausstellung "The Mini Story" im BMW Museum widmet sich der legendären Automarke.

Denkt man an das London der Swinging Sixties, stellen sich nicht nur Assoziationen wie Carnaby Street, Twiggy oder Blow-up ein – auch ein ganz besonderes Auto gehört dazu: Der von Sir Alec Issigonis bereits 1959 entworfene Mini machte aus der Energienot (Suezkrise) eine Tugend, verband Effizienz mit Coolness und wurde in den Folgejahren zum Kultobjekt, mit dem man sich geradezu sehen lassen musste, um als hip zu gelten. Der legendäre Schauspieler Peter Sellers etwa orderte gleich mehrere Sonderanfertigungen und auch in Filmen von The Italian Job (1969) bis Austin Powers in Goldmember (2002) war der Wagen über Jahrzehnte hinweg ein gern gesehener Gast. Als die scheinbar untrennbar mit dem British Empire verbundene Marke im Jahr 2001 vom deutschen Automobilhersteller BMW übernommen wurde, stellten sich allerdings kritische Stimmen ein. Würde es den Bayern gelingen, die Marke – die als „Kronjuwel“ des Vorbesitzers Rover galten – überzeugend am Leben zu halten? Eine Ausstellung in der Münchener BMW Welt macht die Geschichte des Mini auf ansprechende Weise greifbar und zeigt, dass britische Coolness und deutsche Präzisionsarbeit eine gute Mischung abgeben.

Die britischen Wurzeln des Mini – der auch als Rennauto Erfolge feierte und von 1964–1967 viermal in Folge die Rallye Monte Carlo gewann – werden hier konsequenterweise nicht verleugnet, sondern betont. Fotos, Filme, Zeichnungen, Exponate und Accessoires werfen erhellende Blicke nicht nur auf den Lifestyle-Aspekt der Marke sondern legen auch interessante technische Aspekte offen. Die Hauptsache aber sind über 30 Originalfahrzeuge unter denen sich einige Schätze befinden: Ein von Poplegende David Bowie komplett verchromter Mini Cooper aus dem Jahr 1999 etwa oder jenes Modell aus dem Jahr 1974, mit dem der Komiker Rowan Atkinson in seiner Rolle als Mr. Bean unterwegs war. Für Erheiterung sorgen auch Sonderanfertigungen, die zu Werbezwecken entstanden: Der in Form einer Orange gestaltete Outspan Mini (1969) etwa oder jene Mini Stretchlimousine mit eingebautem Whirlpool (2004), mit dem BMW während der Olympischen Spiele in Athen Guerillamarketing betrieb. Aber nicht nur das Unkonventionelle, das dem Wagen anhaftet und das die Bayern effizient für Werbezwecke zu nutzen wissen, kommt in der Ausstellung gut zur Geltung, der Besucher kann auch die Änderungen nachvollziehen, die die Transition UK-D mit sich brachte: Sind die äußeren Stilmerkmale wie Front und Dach, wenn auch modernisiert, immer noch unverkennbar Mini, so hat sich im Inneren einiges geändert, wurde die eher spartanische Ausstattung unter bayerischer Führung um einiges komfortabler (Änderungen, die BMW mit dem Slogan "Evolution Outside, Revolution Inside" bewarb).

Eine ebenso kurzweilige wie würdige Präsentation des kleinen, großen Wagens, die neben eingefleischten Mini-Fans auch für jene Menschen interessant sein dürfte, die sich nicht für Autos interessieren.

The Mini Story
BMW Museum, München
27. November 2014 – 31. Jänner 2016

www.bmw-welt.com

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