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Foto: Oliver Nanzig

Mission Possible

1993 haben sich die Designer Markus und Daniel Freitag in sie verliebt, aber nach rund 25 Jahren nimmt man sich die Freiheit, einmal über den LKW-Planen-Rand hinauszuschauen. Denn so robust sie sind und so einzigartig die ausrangierten Planen auch aussehen, es gibt gewisse Qualitäten, über die sie nicht verfügen. Flexibel, leicht und weich sein, zum Beispiel. Die fünf neuen Freitag-Produkte, die gerade lanciert wurden, könnte man als kleine Revolution bezeichnen. „Tarp on PET“ also „Plane auf PET“ nennt sich die Kollektion aus Taschen, Rucksack und Beutel, die aus ausgedienten LKW-Planen sowie neuerdings auch leergetrunkenen PET-Flaschen bestehen. Dabei verwendet die Zürcher Taschenmanufaktur einen PFC-freien Stoff aus 100% rezykliertem PET. Gefärbt wird dieser mit der Spinndüsentechnik, bei der das Garn schon während des Spinnens gefärbt wird, was viel weniger Wasser, Chemikalien und Energie benötigt als die herkömmliche Stückfärbemethode. So leistet das Label einen weiteren, wichtigen Beitrag zum wachsenden Müllproblem. Aber wahllos aus dem Meer gefischt werden sie nicht, und auch vor der gelben Tonne wird man keinen Freitag-Mitarbeiter lauern sehen. „Die PET-Flaschen, die für unser Textil verwendet werden, stammen aus Thailand. Es handelt sich um gebrauchte Flaschen, die anschließend geschreddert und zu PET-Granulat verarbeitet werden.“ erklärt das Label. „Wir sind zwar Profis im LKW-Planen-Recycling, die Aufbereitung von PET-Flaschen überlassen wir aber den Experten. Das Textil stellen wir nicht selber her, sondern beziehen es von unserem Produktionspartner We aRe SpinDye®.“

Aber ganz auf den neuen Wunderstoff umsteigen wird man bei Freitag nicht, beruhigten die Brüder eingeschworene Planen-Fans: „Keine Sorge, den guten alten LKW-Planen bleiben wir treu, auch wenn es nun nicht mehr bei jedem Produkt eine exklusive Beziehung ist. Und ausgehen werden sie uns wohl auch noch eine ganze Weile nicht!“ Dennoch war es für die beiden an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren, zumal man mit seiner Kreativität bei den eher steifen Planen schnell an Grenzen stößt: „Wir lieben unser einzigartiges Rohmaterial auch nach 25 Jahren noch heiß und innig, aber gewisse Dinge können LKW-Planen nicht. Deshalb haben wir uns auf die Suche nach einem zweiten Material gemacht, das sich gut mit den individuellen Planenauschnitten kombinieren lässt, aber uns gleichzeitig neue, bisher unmögliche Schnitte und Funktionen ermöglicht. Das neue Drawstring Bag F610 CINNAMON ist dadurch das erste seiner Art.“ Apropos Cinnamon – in die Namen haben die Macher eine kleine Geheimbotschaft geschleust. Sie wurden alle nach Charakteren der Actionfilm-Reihe Mission Impossible benannt. Toploader-Rucksack Carter, Roll-Top-Schultertasche Rollin und Crossbody-Beutel Phelps gesellen sich noch zur Truppe, allzeit bereit für neue Abenteuer.

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