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Runter in den Keller, Helge

Nach dem Ausklingen der Freiluftsaison ist es an der Zeit die Pfandbecher ins Lager zu bringen und das Getränk der Wahl wieder aus einem Glas und mit einem Dach über den Kopf zu trinken. Nach einem fulminanten Konzert im WUK vor ziemlich genau zwei Jahren kehrt George Watsky nach Wien zurück. Das Erscheinen seines ersten Essaybandes wurde gebührend gefeiert, doch nun widmet sich der manisch Wörter produzierende Watsky wieder der Musik und kommt sehnsüchtig erwartet am 17. Oktober in die Grelle Forelle am Donaukanal. Der inzwischen begnadete Entertainer und seine Band werden ihren Hiphop mit Popappeal und die Freude, die sie an ihrer Kunst haben, dem Publikum mehr als deutlich zeigen.

Die große Show ist nicht das Ding von Bill Frisell. Die Sensationen bei einem Konzert des Ausnahmegitarristen, der wie keiner Songs interpretieren und ihnen seinem Stempel aufdrücken kann, spielen sich im Kopf des Zuhörers ab. Auf der Tour, die ihn am 23. Oktober ins Wiener Porgy & Bess führen wird, wird er von der Sängerin Petra Haden, der Tochter von Charlie Haden, begleitet. Die beiden wühlen sich durch das Great American Songbook und lassen diese oft gesungenen Songs in einem neuen, aber immer spannenden Licht glänzen.

Was kann man über Helge Schneider sagen, das erstens nicht falsch ist und zweitens dem Kern seiner Arbeit nahe kommt? Helge ist Universalkünstler, deckt Film und Literatur ebenso ab wie sämtliche Spielarten der Musik. Seine ureigenste Kunst findet aber auf der Bühne statt, und von 12. bis 14. November gastiert der Universalmusiker, -komiker und -tragöde in der Halle F der Wiener Stadthalle. Der klassische Schneider Programmtitel „LASS KnACKEN OPA“ lässt eine irrwitzige Tour de Force durch menschliche Weis- und Bosheiten erwarten. Oder anders ausgedrückt: Performance Art findet statt.

John Zorn, Komponist, Saxophonist, Produzent, Labelinhaber und Urgestein der New Yorker Downtown-Szene präsentiert am 5. und 6. November sein neues, ambitioniertes Projekt „Bagatelles-Marathon“ im Porgy & Bess, Wien. An selbiger Location werden von 24. bis 26. November im Rahmen des Blue Bird Festivals auch so verschiedene Songwriter wie Lee Ranaldo, Ian Fisher, Moddi oder Rykarda Parasol für ausgedehnte akustische Reisen sorgen. Als Auftakt gibt es den zweiten Auftritt der englischen Außenseitersongwriterlegende Paul Roland mit seinem heimischen Fan, Freund und Begleiter Frenk Lebel. Ein besonderer Glücksgriff dürfte mit der Verpflichtung von XIXA gelungen sein, die gerade auf sämtlichen Plattformen sagenhafte Klickzahlen generieren. Die Breitwandwüstenrocker aus Tucson, Arizona, die auch Teil der letzten Inkarnation von Giant Sand waren, sind auf einem kreativen Höhenflug und werden das kalte Wien zum Schwitzen bringen. 

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