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John Boorman, aus: Point Blank, 1967

Séances: Performing Film

Text: Fotos: mumok

Albert Oehlen und Christopher Williams zu Gast im mumok kino

Mit der Reihe Séances: Performing Film setzt das mumok kino im Frühjahr sein Filmprogramm fort und bringt kommende Woche großes Kino auf die Leinwand. Die beiden Gastkuratoren Eric de Bruyn und Sven Lütticken haben gemeinsam mit zeitgenössischen bildenden KünstlerInnen Filmprogramme zusammengestellt, die über die gängigen Formen des Filmkonsums hinausgehen und die Geschichte des künstlerischen Filmabends thematisieren. Die nächste „Séance“ bestreiten Albert Oehlen (geb. 1954 in Krefeld), einer der wichtigsten Maler seiner Generation und der international erfolgreiche Konzept- und Fotokünstler Christopher Williams (geb. 1956 in Los Angeles).

Albert Oehlen und Christopher Williams kommen am 28. und 29. März nach Wien, um ein von ihnen gemeinsam entwickeltes Filmprogramm vorzustellen. Beide Künstler haben sich immer wieder mit dem Medium Film beschäftigt und 1992 zwei Filmabende für das Filmfestival Köln zusammengestellt. Im mumok kino wiederholen Oehlen und Williams nun diesen Dialog mit filmischen Mitteln. Sie zeigen Filme ihrer Wahl, wobei sich ihre konkrete Auswahl jeweils auf die unmittelbar vorangegangene Präsentation des anderen bezieht.

Eröffnungsfilm ist das von Wolfgang Bauer geschriebene TV-Drama Change (1971) mit Rainer von Artenfels, Hans Brenner und Monica Bleibtreu in den Hauptrollen. Regisseur Franz Peter Wirth drehte über 150 Fernsehinszenierungen – darunter mehrere Derrick- und Tatortfolgen.
Quasi als Antwort darauf ist John Boormans Gangsterfilm Point Blank mit Lee Marvin, Angie Dickinson und Keenan Wynn aus dem Jahr 1967 zu sehen. Ein alternder Ganove rächt sich nach der Haft an seinem ehemaligen Komplizen und seiner Frau, indem er das komplette organisierte Verbrechen aufmischt.

Am zweiten Kinoabend folgen Filme von Georges Franju, Stan Brakhage und Otto Muehl.

Programm Mittwoch, 28. März, 19.00 Uhr
Albert Oehlen
Franz Peter Wirth, Change, 1971, 118 min
Christopher Williams
John Boorman, Point Blank, 1967, 92 min

Programm Donnerstag, 29. März, 19.00 Uhr
Christopher Williams
Georges Franju, Le Sang des bêtes, 1948, 22 min
Stan Brakhage, The Act of Seeing With One’s Own Eyes (Autopsy), 1971, 32 min
Albert Oehlen
Otto Muehl, Funebre, 1966, 7 min
Grimuid, 1967, 10 min
Zock-Exercises, 1967, 12 min
Psychomotorische Geräuschaktion, 1967, 12 min
Wehrertüchtigung, 1967, 8 min
Mit Schwung ins neue Jahr, 1967, 7 min
Satisfaction, 1968, 12 min
Fountain, 1968, 8 min
Scheisskerl, 1969, 12 min
Stille Nacht, 1969, 7 min
SS und Judenstern, 1971, 6 min

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