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Shallig live, eine Empfehlung

Wie viele Bands oder SolokünstlerInnen kennen Sie, die den eigenen Weltschmerz und die eigenen Niederlagen im weiten Feld der Liebe in den Mittelpunkt ihres Schaffens stellen? 10? 100? 483? Jedenfalls eine Unzahl. Und abseits dieser überwältigenden Mehrheit, gibt es dann ein paar Widerständler, die gegen die Unbillen des Lebens den Humor auspacken. Und somit wären wir bei Shallig, einer Newcomerband, die sich aus der Mikroszene rund um das liebenswerte Lokal Grind, herausgeschält hat und die am 15.12 in der Arena ihr Debütalbum „#Gustav,UlrichSchule“ präsentiert.

Und wer auf YouTube schon Fleißaufgaben gemacht hat und sich „Blödsinn“ einen der Kracher des Albums angeschaut hat, der wird wissen, wohin die Reise geht. Shallig halten einen Sicherheitsabstand zum SaufenPudernBlasen-Humor, bestehen aber auf Ihren Recht auf Brachialhumor mit Haltung, der ruhig auch sehr hinterfotzig daherkommen kann. Da reichen dann zwei akustische Gitarren, ein melodienseliger Bass, das Schlagzeug und die immer nach vorne und Richtung Zwerchfell gepolten Songs um eine seltene Welt zu erschaffen, eine Welt die einst von den Ärzten besiedelt wurde, die aber in den letzten Jahren brach lag.

Auf der Bühne sind die beiden Frontmänner aufeinander eingespielt, aber der Mutterwitz führt dann doch immer wieder zu abstrusen Schlagabtäuschen, die das Publikum noch mehr mitnehmen. Und wenn dann gegen Ende die große menschliche Einsicht „Wir sind alle kleine Wixer“ serviert wird, dann breitet sich allgemeine Seligkeit aus, und die Bar macht mit ein paar Verbrüderungsbieren noch einen Bonusgewinn.

Noch sind ein Shallig ein Geheimtipp, aber eine Garantie, dass das so bleibt kann, gibt es definitiv nicht.

15.12 Arena, Wien 

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