article_1504_aeron_1_580x396.jpg

Wechselspiel

Text: Lena Style Fotos: Press

Pariser Chic aus dem schönen Budapest: Das ungarische Modelabel Áeron spielt mit den Prinzipien des Bauhaus.

100 Jahre Bauhaus, das geht auch an der Modewelt nicht spurlos vorüber. Mit einer radikal neuen Formensprache stieß der Stil des Bauhaus ab dem Jahr 1919 die Tore in die künstlerische Moderne auf und führte Kunst und Handwerk erstmals zusammen. Vertreter wie Max Bill, Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe oder Anni Albers waren in ihrer Ästhetik der Zeit voraus und was sie schufen, gilt bis heute als modern und zeitgemäß. Zum anstehenden Bauhausjubiläum macht sich das Label Áeron dessen Prinzipien zu eigen, um moderne, selbstbewusste Mode zu kreieren.

Das zeigt sich in der aktuellen Herbst/Winter-Kollektion, die geprägt ist von geometrisch-klaren Schnitten, die nicht trotz, sondern aufgrund ihrer Einfachheit einen hohen femininen Ausdruck erzielen. Ein gegensätzlicher Reiz aus Weiblichkeit und Sachlichkeit, der erst durch die Prinzipien des Bauhaus zum Ausdruck kommt. Da wären die perfekte Beherrschung des Handwerks als auch das Wissen um die Wirkung unterschiedlicher Materialien und Strukturen. Beides scheint Chefdesignerin Eszter Áron verinnerlicht zu haben. Bei so viel Gespür für Ästhetik und schlichte Eleganz könnte man meinen, es handle sich um junge Mode aus dem stilsicheren Frankreich. Aber falsch gedacht, Eszter Áron gründete ihr Label im „Paris des Ostens“, wie Budapest oft genannt wird. Die 37-Jährige stammt aus einer dort ansässigen alten Textildynastie und reiste schon als Kind mit ihrer Mutter zu Stoffmessen, Kunstausstellungen und Mode-Events in ganz Europa. Der unfehlbare Stil der Mutter war es auch, der Eszter noch heute nachhaltig für ihre Entwürfe inspiriert.

Nach einem Studium und einigen Jahren als Chefdesignerin einer ungarischen Modemarke gründete sie 2011 gemeinsam mit Geschäftsführerin Vivienne Lászloffy ihr eigenes Modelabel, für das sie heute als Chefdesignerin fungiert. Die Kollektionen von Áeron werden lokal in Ungarn produziert, in denselben Manufakturen, in denen auch Kleidung großer Modehäuser wie Chloé, Givenchy oder Moncler entsteht. Die Designs der international beliebten Modemarke sind mal strukturiert und geradlinig, dann wieder seidig und fließend. Die Kombination verschiedenster Stoffe sorgt für das lebendige Wechselspiel aus Leichtigkeit und Stärke. Aber viel wichtiger als das Aussehen ist Eszter Áron, dass ihre Werke sich perfekt in den Alltag moderner Frauen integrieren lassen und ihnen gleichzeitig ein selbstbewusstes Gefühl geben. Denn wie sagt sie so schön: „Es ist nicht die Kleidung, die die Geschichte erzählt – sondern ihre Trägerin.“

www.aeron.hu

Tags: