Von wegen Tristesse

Text: Feldkamp Anne | Fotos: Hui Hui

hui-hui ist ein rundum ungewöhnliches Modelabel. Erstens steckt ein Modetrio dahinter, und zweitens verteilen sich dessen Macherinnen auch noch auf drei Städte: Die Modedesignerin Anne Schwätzler und die beiden Schwestern Johanna und Katharina Trudzinski, Mode- und Textildesignerin, leben und arbeiten in Hamburg, Antwerpen und Berlin. Wie das funktioniert? „Zweimal im Jahr treffen wir uns zu intensiven Arbeitsblöcken und fügen Vorentwürfe zusammen, bewerten, diskutieren und entscheiden gemeinsam.“ Das funktioniert, denn: „Durch unsere unterschiedlichen Lebensmittelpunkte genießen wir diese gemeinsame Zeit und ziehen daraus immer wieder neue Inspirationen.“ Es scheint, als habe sich dieses Konzept bewährt. 2002 startete man mit einer Kollektion pro Jahr. Schon während ihres Studiums an der Hochschule für Künste Hamburg und der Fachhochschule in Hamburg gründeten Anne, Johanna und Katharina nämlich ihr Label und fingen ganz klein an, verkauften in einem einzigen Laden, dem Apartment in Berlin. Heute hängen ihre eigenwilligen Kollektionen in 40 Läden von Tokyo bis Los Angeles. Als Anregung für ihre diesjährige Sommerkollektion zitieren die Designerinnen die Stimmung aus Françoise Sagans Sommerferien-Roman „Bonjour Tristesse“ – und tatsächlich, die frische Farbpalette und die Prints auf fließenden Seidenstoffen wären was für die französische Riviera. Bestandteil jeder Kollektion sind die kunstvoll bedruckten hui-hui – Seidentücher, die „die verschiedenen Elemente der jeweiligen Saison wiederspiegeln und zusammenfügen.“ Wie deren Motive zustande kommen? „Mal steht eine Zeichnung am Anfang eines Tuchdesigns, mal experimentieren wir mit Werkstoffen wie Ton, Beton, Knete, mal fotografieren wir Collagen aus Objekten. Jedes Tuch erzählt eine eigene Geschichte“ erklären die Designerinnen. Vielleicht auch, weil die Mode von hui-hui so phantasievoll, selten körperbetont und vordergründig sexy daherkommt, hat das Label eine eingefleischte Fangemeinde in Japan. Dorthin habe man von Anfang an exportiert. Das sei auch heute noch der wichtigste Markt, darauf folgen Nordamerika und Europa. Und die gute Nachricht für alle in Österreich: hui-hui ist auch in Wien erhältlich.

www.hui-hui.de

| | Text: Feldkamp Anne | Fotos: Hui Hui
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