Mit Utope in die Zukunft

Text: Feldkamp Anne | Fotos: Elisabeth Grebe

„Das Spannendste ist für mich das Verbinden von Dingen, die ich aus der Mode und dem Design kenne, mit der Welt der Technologie.“ Bevor Wolfgang Langeder 2010 an seinem ganz speziellen Label Utope zu arbeiten begann, fing der ausgebildete Modedesigner wieder ganz vorne an. Erst musste er sich einen Überblick über die Welt der „Wearables“ verschaffen – und Technologiepartner finden, die die ganze Sache finanzieren. Langeder hatte Glück, er hat einen solchen Partner gleich zu Beginn gefunden. Seither arbeitet er mit dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) in Berlin zusammen. Das sei die „tragende Säule“, was die Produkte und die Weiterentwicklung von Utope als Firma betreffe. Doch an was arbeitet Langeder denn nun genau? Zu erst einmal entwickelt er Männerkleidung, die nicht in saisonalen Kollektionen funktioniert, sondern aus Designstücken besteht, die wie Module zusammengefügt werden können. Im Speziellen hat er eine Fahrradjacke entwickelt, die mit normalen Fahrradjacken wenig zu tun hat. In das Modell „Sporty Supaheroe“ ist ein mikroelektronisches System integriert, das LEDs, Sensoren, Steuerungselemente, einen Ein-/Aus-Schalter und eine wiederaufladbare Batterie beinhaltet. Es reagiert auf die Bewegungen des Fahrradfahrers und überträgt diese als Lichtmuster auf Brust und Rücken. „Ich arbeite jetzt mehr wie ein Produktdesigner, das heißt, ich muss neben dem rein ästhetischen auch ein funktionales Element bedenken, wenn ich ein Kleidungsstück entwickle“, erklärt Langeder. Um „mögliche oder nützliche Anwendungen“ habe er sich früher als reiner Modedesigner wenig Gedanken gemacht, nun stünden solche Überlegungen am Beginn des Designprozesses. Dem Designer persönlich kommt das sehr entgegen: „Ich mag etwas, was ich gut finde, sowieso lieber länger verwenden und anziehen. Die Materialien und die Verarbeitung und bei Utope auch die technologische Funktionalität müssen entsprechend hochwertig sein, damit ein langlebiges High-End-Designstück entstehen kann. Die Technologie, die in der „Sporty Supaheroe“-Jacke stecke, sei eines der am weitesten entwickelten Wearable-Systeme weltweit, ist sich Wolfgang Langeder sicher: „Sie besteht aus einer dehnbaren Leiterplatte mit LEDs und Sensoren, ist unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und wird über eine genau angepasste Software gesteuert.“ Und er schiebt hinterher: „Die Jacke ist sozusagen ein anziehbarer ‚Computer light‘.“ Wenn das mal kein Grund ist, sich das gute Stück näher anzuschauen.

Zu kaufen gibt es Utope ab Ende 2014 online unter www.utope.eu.

Ab 2015 ist Utope in ausgewählten Shops weltweit erhältlich.

Die Jacke ist ab dem 10. Juni als Teil der Ausstellung

„Vorbilder – 150 Jahre MAK“ im MAK zu sehen.

| FAQ 27 | | Text: Feldkamp Anne | Fotos: Elisabeth Grebe
Share