Feste muss man feiern, wie sie fallen, und wenn das Erste Wiener Heimorgelorchester nach langer Zeit am 27. März wieder ein Heimspiel im Theater an der Gumpendorferstraße gibt, dann ist das Grund genug, die Füße in die Hand zu nehmen und voller Vorfreude den 6. Bezirk zu betreten. Das Heimorgelorchester ist ein Widerstandsnest des Eigensinns, und die Beschränkung auf billige Gerätschaften hat dem Schaffen immer schon den Charme verliehen, der einmalig ist. Wenn einst Ralf Hütter bei Kraftwerk nur Geld für eine Bontempi-Orgel gehabt hätte und Ernst Jandl und Robert Gernhardt die Texte für Kraftwerk geschrieben hätten, dann gäbe es einen Vorläufer. So aber ist das Erste Wiener Heimorgelorchester eine originäre Band, die für Genie, Witz, kindlichen Dilettantismus und Sprachakrobatik steht wie keine andere.
Beim Konzert gibt es Gelegenheit, auf ältere Großtaten zurückzuschauen, aber auch einen ersten Einblick in das neue Album zu bekommen, an dem noch im Werkraum gefeilt wird. Das Arsenal der Kleinorgeln wurde wieder einmal ausgebaut, aber statt ins KI-Zeitalter zu hüpfen, hat man Gebläseorgeln aus den 60ern und 70ern ausgegraben, die den Sound noch einmal veredeln. So glänzt zum Beispiel die Bontempi-Hit-Orgel aus dieser Zeit gleich mit zwei Lautstärkestufen! Dazu gibt es noch das charakteristische Gebläsegeräusch gratis.
Warum die Band noch immer nicht zumindest für eine Festwocheneröffnung gebucht wurde, bleibt ein Rätsel, aber vorerst bleibt das Vergnügen, sie im intimen Rahmen des Theaters an der Gumpendorferstraße erleben zu können.
Die Heimorgel wird die Erste sein
Das Erste Wiener Heimorgelorchester spielt endlich wieder im TAG.

Erste Wiener Heimorgelorchester © Johannes Zinner
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