Alltag, neu gedacht

Kann ein Wassersprudler schön sein? Aarke antwortet mit Edelstahl, Präzision und einer Designphilosophie, die den Alltag in stille Rituale verwandelt.

Foto: Aarke Founders – Carl Ljungh & Jonas Groth

Stockholm 2013. Zwei Industriedesigner, Carl Ljungh und Jonas Groth, sitzen in einem Raum, der eher nach Atelier als nach Büro aussieht. Jahre zuvor hatten sie für die ganz großen Marken
gearbeitet und dabei erlebt, wie gute Ideen in endlosen Meetings verwässert wurden. Jetzt wollten sie etwas bauen, das niemand zerreden konnte. Etwas, das im Alltag nicht nur funktioniert, sondern Freude macht. Ihre erste Idee war radikal in ihrer Einfachheit: ein Wassersprudler aus Edelstahl. Bis dahin fristeten solche Geräte ein Leben aus Plastik, verschwanden nach Benutzung in Küchenschränken. Aarke machte aus einem banalen Gegenstand ein Designobjekt – glänzend, schwer in der Hand, sichtbar stolz auf der Arbeitsplatte. Was als einzelnes Produkt begann, ist heute ein ganzes Ökosystem, das Wasser, Kaffee und Routinen in kleine Rituale verwandelt.


Die Philosophie dahinter nennen sie Everyday Engineering. Das klingt technisch, ist aber eine Liebeserklärung an Details, die man nicht sieht, aber spürt: der gedämpfte Widerstand eines Hebels, die fast geräuschlose Feder unter einem Knopf. Designer und Ingenieure arbeiten hier nicht nacheinander, sondern nebeneinander, skizzieren, schweißen, verwerfen. Im Stockholmer Workshop riecht es nach Metall und Neuanfang, nach Öl und ehrgeizigen Ideen. Manchmal klopft der Regen gegen die Scheiben, während drinnen die nächste Version eines Hebels entsteht. Das Ziel? Produkte, die die Jahre überstehen – nicht nur physisch, sondern auch ästhetisch. Dieter Rams’ „Weniger, aber besser“ schwebt als Mantra über jedem Prototypen. Zeitlosigkeit ist die härteste Prüfung: Wenn ein Wassersprudler in zehn Jahren noch Freude macht, dann, sagt Carl, haben sie gewonnen.Und Aarke denkt in Systemen. Der Purifier filtert Wasser, entkalkt und verlängert das Leben der Geräte. Der Carbonator verwandelt es in Sprudel, der Wasserkocher arbeitet effizienter, die Kaffeemaschine liefert konstant guten Geschmack. Alles greift ineinander, wie eine Choreografie aus Edelstahl und Dampf.
Nachhaltigkeit ist hier kein Slogan, sondern Materialwahl: recycelter Stahl statt Kunststoff, Schrauben statt Kleber, Energieeffizienz bis in die Abschaltautomatik der Warmhalteplatte. Produkte, die nicht nur benutzt, sondern behalten werden wollen – und die leise lehren, dass Konsum nicht laut sein muss.
So wird aus dem Alltag ein stilles Ritual: Hebel ziehen, Blubbern hören, Kaffee duften lassen. Nicht mehr, nicht weniger – aber eben besser.

www.aarke.com

 

| FAQ 82 | | Text: Magdalena Blaszczuk
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