Der Meister und Margarita

Zu den großen Werken der Weltliteratur zählt zweifellos Michail Bulgakows „Der Meister und Margarita“. Zwölf Jahre arbeitete Bulgakow an seinem Roman, den er noch knapp vor seinem Tod 1940 fertigstellen konnte. Erst 1966 wurde das Buch, in dem Bulgakow auf allegorisch-satirische Weise die Bürokratie und den Überwachungsstaat zur Zeit der stalinistischen Diktatur aufs Korn nimmt, in der Sowjetunion veröffentlicht. Obwohl von der Zensur gekürzt, erfreute sich „Der Meister und Margarita“ bald großer Popularität und geriet zu einem Klassiker der russischen Literatur. Der in den Vereinigten Staaten geborene und in Russland aufgewachsene Regisseur Lockshin – mittlerweile lebt er wieder in den USA – hat nun Bulgakows Roman verfilmt. Im Mittelpunkt seiner Adaption steht ein Schriftsteller, der im Moskau der dreißiger Jahre erleben muss, wie seine Arbeiten zensiert und die Premiere eines von ihm verfassten Theaterstücks untersagt wird. Seine Geliebte Margarita animiert ihn – der sich selbst als „Meister“ apostrophiert – zur Arbeit an einem Roman, in dem Menschen, die in seinem Leben eine Rolle spielen, als ironisch zugespitzte Charaktere vorkommen. Die intensive Befassung mit der von ihm verfassten Geschichte, in der Woland, der Teufel, zur zentralen Figur wird, lassen bei dem Autor jedoch die Grenzen zwischen Realität und Fiktion immer mehr verschwimmen. In der russischen Produktion hat August Diehl die Rolle des diabolischen Woland, der Rache an all jenen nimmt, die dem „Meister“ Schaden zugefügt haben, übernommen.

Der Meister und Margarita
Drama, Russland/Kroatien 2024 – Regie: Michael Lockshin
Mit: August Diehl, Jewgeni Zyganow, Julia Snigir, Claes Bang, Juri Korokolnikow, Alexei Rosin
Verleih: Polyfilm, 157 Minuten
Kinostart: 1. Mai 2025


 

| | Text: Jörg Schiffauer
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