Starstyling

Text: Feldkamp Anne | Fotos: Archiv

„Wir wollten mit den säckeweise Restfolien was machen“, erzählt Katja Schlegel über den Entstehungsprozess der aktuellen Starstyling-Winterkollektion 2012/13, die sie und ihr Labelpartner Kai Seifried „Egal“ getauft haben. „Es ist eine elegante Kollektion geworden, selbst die Sporty-Teile kommen elegant daher. Das Lookbook haben wir diesmal auch ,Harpers Bazaar‘-mäßig gehalten.“ Die Restfolien aus irisierendem Gold, Silber und Orange kombinierte man mit stabilen Baumwollstoffen und Webpelz. Denn während die in Berlin im Moment viel besprochenen Modedesigner vor allem der Reduktion frönen und puristisches Modedesign abliefern, bleibt Starstyling der schrägen Linie treu. Wer das alles zu schätzen weiß? „Künstler aus den Bereichen Rock-Pop, DJs, bildende Künstler, Galeristen, Kunstleute, andere Designer, Rich Kids, Werber, Japaner, Koreaner und Hong Kong-Chinesen“, beschreibt Katja Schlegel die bunt gemixte Käuferschicht von Starstyling. Schlegel selbst begann als Bühnen- und Kostümbildnerin und kam wie der Kommunikationsdesigner Kai Seifried im Quereinstieg zur Mode. Wie sich das so ergab? „Wir waren (und sind) ein Paar mit Sohn und haben hin und wieder Film-und Stylingjobs zusammen gemacht. Irgendwann hatten wir Lust auf einen eigenen Laden, dann hatten wir einen Agenten in Paris und dann wiederum irgendwann ein Fashionlabel.“ Starstyling ist nämlich alles andere als eine Eintagsfliege. Seit mittlerweile zwölf Jahren zieht man am gemeinsamen Strang: Schlegel macht das Design, Seifried betreut hauptsächlich das Business, so die grundsätzliche Aufgabenteilung – wobei sich die Bereiche gerne mal überschneiden. „Einige Bestseller hat Kai designt.“ Ansonsten bedeute diese Arbeitsteilung: „Kai geht zum Verkaufen nach Paris und macht die Kontakte, ich bleibe in Berlin und verbringe die Nächte im Studio.“ Ohne Selbstausbeutung, so ehrlich ist die Modedesignerin, gehe es auch heute noch nicht. Allerdings ist Starstyling zum wiederholten Mal in der Emerge-Sektion der britischen Modekette Topshop vertreten. Das habe zur Konsequenz, witzelt Schlegel, „dass ein paar britische Celebrities jetzt unsere Sachen tragen!“ Daneben hat das Label durch die gesteigerte Publicity natürlich mehr verkauft und Erfahrungen im Umgang mit einem großen Unternehmen gesammelt. Wenn Katja Schlegel zurückblickt auf zwölf Jahre Starstyling, sagt sie solche Dinge wie: „Es gab keinen Plan, es gab sehr viel Glück.“ Und fügt hinzu: „Ja, die Leidenschaft besteht immer noch.“ Das stimmt optimistisch.

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