Zwischen Poesie und Pop

Anna Mabo lädt mit Band und Gästen zu einem besonderen Konzertabend ins Wiener Konzerthaus.

Anna Mabo © Helene Payrhuber

Das Unverwechselbare an Mabo ist ihr liebevoller und zugleich scharfer Blick auf ihre Generation sowie die Sprachkunst, mit der sie ihre Lieder zu Kleinoden veredelt. Kein Reim und keine Wendung sind vorhersehbar, und ihr Mut, laut zu sein und sich gelegentlich auch dem Pop einer Judith Holofernes anzunähern, fügt dieser Schatzkiste weitere Perlen hinzu. Ein weiterer Grund für ihre Entwicklung zur einzigartigen Songwriterin ist sicher auch das blinde Verständnis mit ihren Mitstreitern, dem vielbeschäftigten Cellisten Clemens Sainitzer und dem Schlagzeuger Alexander Yannilos, die sich schlicht „die Buben“ nennen.
Einer der vielen Höhepunkte im Werk von Anna Mabo ist „Instandhaltungsphase“, die Bestandsaufnahme einer erschöpften Beziehung, die in weiten Teilen anhand des Kraftwerks Zwentendorf erzählt wird – ein Musterbeispiel dafür, wie viele Geschichten ein einziges Lied erzählen kann. Und das ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie Anna Mabo und ihre Begleiter den Möglichkeiten des Songwritings neue Facetten hinzufügen und uns so erlauben, neue Räume zu entdecken.

Anna Mabo © Helene Payrhuber

Im Jahr 2026 bietet der Mozartsaal des Wiener Konzerthauses so etwas wie eine kleine künstlerische Spielwiese für Anna Mabo. Nach einem umjubelten Konzert mit den Streichern des Inn.Wien.Ensembles im Jänner bittet sie am 6. März als Gäste die Bassistin, Komponistin und Bandleaderin der Band Echoboomer, Beate Wiesinger, sowie Lukas Klein von der Band Buntspecht mit auf die Bühne. Neben ihren bekannten Songs, von denen man ohnehin nicht genug bekommen kann, hat die Meisterin der Zwischentöne auch neue Musik versprochen, die nur für diesen Abend komponiert wurde. Neben Mabo, den Buben und den wunderbaren Gästen noch ein Grund mehr, dieses Konzert, das als Stehkonzert im Parterre angekündigt ist, zu besuchen.

Anna Mabo
6. März 2026, Konzerthaus Wien
Mozartsaal, 19.30

 

| | Text: Günther Bus Schweiger
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